Kostenfalle In-App-Kauf: Siebenjähriger verzockt 2700,- Euro mit Mutters Handy

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Wer muss zahlen, wenn der Nachwuchs über das Smartphone der Eltern Lootboxen für seine Spiel-Charaktere kauft? Diese Frage stellte sich auch die Mutter eines Grundschülers, nachdem sie eine Kreditkarten-Abrechnung in Höhe von 2753,91 Euro erhalten hatte. Dank Unterstützung der Verbraucherzentrale erließ Google schließlich einen Großteil der Summe. Eltern sollten aber Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Teure „Brawl-Boxen“

Eigentlich sollte der Siebenjährige mit dem Handy eine Lern-App nutzen, die seine Mutter extra heruntergeladen hatte. Gelegentlich durfte er aber auch ein paar Runden „Brawl Stars“ spielen. Bei dem beliebten Game mit der bunten Grafik können mit realem Geld zufällig ausgewählte Items erworben werden. Sie machen das Spiel attraktiver oder die eigene Figur erfolgreicher. Für solche In-Game-Käufe investierte der Junge sein Taschengeld in Google-Play-Guthaben. Die Mutter wähnte sich auf der sicheren Seite: Sie ging davon aus, dass nach dem Aufbrauchen der Summe keine weiteren Kosten mehr entstehen könnten. Dann allerdings kam eine Abrechnung über 2753,91 Euro für In-App-Käufe, und zwar über die Kreditkarte der Mutter. Sie war als Zahlungsmethode auf ihrem Account hinterlegt.

Minderjähriger durfte nicht kaufen

Bei der Verbraucherzentrale riet man der Frau, der Forderung zu widersprechen. Denn ein minderjähriges Kind darf ohne Zustimmung der Eltern keine Käufe in dieser Höhe durchführen. Zwar hatte die Mutter ihm das Handy zur Verfügung gestellt. Die Erlaubnis zum Erwerb von Lootboxen aber sei damit nicht erteilt worden. Einen Vertrag mit dem Spieleanbieter habe die Account-Inhaberin auch nicht geschlossen. Dank der Unterstützung durch die Verbraucherschützer erließ Google daraufhin einen Großteil der berechneten Summe, nämlich 2654,31 Euro.

Kosten auf Kinder-Handys einschränken

Pandemie und Lockdown führen dazu, dass Jugendliche zur Zeit vermehrt Handys und Medien nutzen. Anlässlich des jährlichen Safer-Internet-Day rät die Verbraucherzentrale zu Vorsichtsmaßnahmen. Mit einer Drittanbietersperre beim Mobilfunk-Anbieter beispielsweise können sich Eltern vor unerwünschten Abrechnungen schützen. Auch die Einstellungs-Optionen der Geräte bieten verschiedene Möglichkeiten, unter anderem einen Passwort-Schutz für Käufe. Gerade bei Jüngeren ist die Einrichtung eines eigenen Kinder-Accounts sinnvoll. Hier lassen sich neben der Zahlungsquelle auch Nutzungszeiten, Nutzungsrechte und andere Einzelheiten begrenzen.

Praxis-Tipp

Weitere Informationen zum Schutz von Kindern vor Kostenfallen im Internet biete die Verbraucherzentrale Niedersachsen unter https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/themen/internet-telefon/smartphones-fuer-kinder-einstellungen-beachten

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