Erwerbsunfähig wegen WLAN: Rente für 39-jährige Französin

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Unerträgliche Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlafstörungen plagen Marine R., wann immer sie sich in der Nähe von Handys, Sendemasten und elektronischen Geräten aufhält. Ein schmerzfreies Leben ist für sie nur fernab der Gesellschaft möglich. Nun hat ein französisches Gericht ihr eine monatliche Rente zugesprochen. Viele ähnliche Klagen könnte folgen.

Worunter leiden elektrosensible Menschen?

Ihr Leben in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille hat die ehemalige Journalistin und Buchautorin schon vor fünf Jahren aufgegeben. Lange Zeit schlief sie nachts in einem faradayschen Käfig und schützte sich tagsüber mit einem speziell beschichteten Schutzumhang vor Strahlen. Hier hat sie ein neues Zuhause gefunden: ein altes Steinhaus in den Pyrenäen, mitten im Nichts nahe der spanischen Grenze. Hier gibt es weder Strom noch fließendes Wasser, und was viel wichtiger ist: keine Handys. Denn in der Nähe von Sendemasten, Smartphones und sogar Fernsehgeräten treten bei Marine R. massive körperliche Symptome auf: bohrende Schmerzen in Kopf und Wirbelsäule, Schlafstörungen und, als Folge davon, Herz- und Nierenerkrankungen.

Sie ist nicht die Einzige mit diesen Symptomen. Nach Schätzungen des Bundesamtes für Strahlenschutz leiden in Deutschland sechs bis neun Prozent der Menschen an Elektrosensibilität, auch Elektromagnetische Hypersensitivität (EHS) genannt. Dabei steht außer Frage, dass die Betroffenen leiden und Hilfe brauchen. Der Zusammenhang ihrer Symptome mit dem Vorkommen elektromagnetischer Felder konnte allerdings bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. Das meint zumindest die Weltgesundheitsorganisation WHO. Viele Patienten und Umweltschutzverbände sehen das anders und klagen vor Gericht.

800 Euro und ein Leben fernab der Zivilisation

Der Richter in Toulouse sah es aufgrund der medizinischen Gutachten als eindeutig an, dass Marine R. gesundheitliche Probleme durch elektromagnetische Strahlen verursacht werden. Zwar sprach er ausdrücklich nicht von einer Krankheit, stufte die Klägerin aber für einen Zeitraum von drei Jahren als zu 85 Prozent schwerbehindert ein. Die Französin, die in ihrer Einsamkeit viel meditiert, liest und an einem weiteren Buch schreibt, erhält eine Rente von 800 Euro im Monat. Nach Ablauf der Dreijahresfrist muss sie einen neuen Antrag stellen.

Fazit:

Zum ersten Mal in Frankreich bekommt eine Patientin eine staatliche Rente aufgrund ihrer massiven körperlichen Symptome in der Nähe elektromagnetischer Felder. Die 39-jährige Klägerin musste ihren Beruf aufgeben und kann nur in einer abgelegenen Region fernab anderer Menschen leben. Das Urteil ermutigt Patienten mit ähnlichen Beschwerden in ganz Europa.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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