3 Jahre 5 Monate Haft: Erste Verurteilung eines Swatters in Deutschland

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Im Zeitalter massenhafter Internet-Übertragungen erfreuen sich bösartige Telefonstreiche einer neuen, traurigen Beliebtheit: Als Swatting bezeichnet man das Vortäuschen einen Notfalls, das zu einem Einsatz von Polizei oder Feuerwehr führt. Als angeblichen Tatort nennen die anonymen Anrufer gerne den Aufenthaltsort eines Online-Streamers, der gerade eine längere Partie eines PC- oder Handy-Games ins Internet überträgt. Dass dies kein harmloser Scherz mehr ist, musste jetzt auch der erste in Deutschland verurteilte Swatter erfahren.

Dank Webcam sind Täter live dabei

Wer so regelmäßig und offenherzig auf YouTube über sich spricht wie Rainer W., hat nicht nur Fans. Auch sogenannte Hater äußern ihre Meinung in Kommentaren, E-Mails oder Briefen. Der 24-jährige Alexander S. aber geht noch weiter:

Er bestellt IT-Produkte und Sexspielzeug, Pizza und Chemikalien im Wert von fast 40.000 Euro auf den Namen von Rainer W. Mehr als einmal ruft er außerdem die Polizei, meldet eine Vergewaltigung und einen Brand in dessen Haus. Als die Feuerwehr dort eintrifft, ist Rainer W. gerade im Live-Stream zu sehen; das Video seiner wütenden Reaktion steht noch immer im Internet.

Wer solche Fehlalarme auslöst, muss mit einer Geld- oder sogar Haftstrafe rechnen. Schließlich fehlen die Einsatzkräfte möglicherweise an anderer Stelle, wo sie dringend gebraucht werden. Im Waffenland USA bestehen für Swatting-Opfer darüber hinaus noch ganz andere Risiken.

Spezialkommando mit schusssicheren Westen

So zeigt ein zweieinhalb Jahre altes Video aus Colorado den Stream eines Counter-Strike-Spielers, als eine schwer bewaffnete Polizeieinheit mit vorgehaltenen Gewehren sein Büro stürmt. Das SWAT (Special Weapons And Tactics) Team war wegen einer angeblichen Schießerei alarmiert worden. Ein anonymer Anrufer hatte sich als Geiselnehmer ausgegeben und damit gedroht, Polizisten bei Betreten des Gebäudes zu erschießen. Glücklicherweise gab es bei dem Einsatz keine echten Opfer.

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Der jetzt in Deutschland überführte Mann musste sich nicht nur wegen Swatting verantworten. Zahlreiche weitere Taten über das Internet kamen hinzu, so zum Beispiel Volksverhetzung und Verbreitung kinderpornografischer Schriften.

Das Oberlandesgericht Nürnberg verurteilte den 24- jährigen zu drei Jahren und fünf Monaten Haft.

Fazit:

Der „Missbrauch von Notrufen“ kostet Geld und führt möglicherweise zu Engpässen in echten Gefahrensituationen. Die falschen anonymen Anrufe sind deshalb kein Lausbubenstreich, sondern eine Straftat. Das hat das Gericht mit dem ersten Urteil zum Swatting in Deutschland deutlich gemacht.

 

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