Bomben-Prank: Bewährung und Sozialstunden für deutschen YouTuber

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Ausgerechnet am Tag des Terroranschlags von Nizza erschien auf dem Kanal eines bekannten Internet-Stars ein Video, in dem Passanten auf äußerst geschmacklose Art und Weise erschreckt wurden. Doch weder die Ängste seiner Mitmenschen noch die deutsche Justiz schien „ApoRed“ ernst zu nehmen. Nachdem er den ersten Prozesstermin vor dem Hamburger Amtsgericht hatte platzen lassen, wurde er nun zu einer Bewährungsstrafe und Arbeitsstunden verurteilt.

ApoRed: „Dreißig Sekunden Zeit habt Ihr. Rennt lieber!“

Vor Gericht nannte der YouTuber seinen Bomben-Prank eine „sehr kindische Aktion“ und entschuldigte sich. Im Sommer vergangenen Jahres hatte er in der Hamburger Innenstadt Anschläge vorgetäuscht, indem er mehrmals eine schwarze Reisetasche neben ahnungslosen Passanten abstellte, und die zum Weglaufen aufforderte. Sein Freund Jan H. hielt das Ganze für ein YouTube-Video mit der Kamera fest. Obwohl ApoRed einigen der Opfer im Anschluss erklärte, es habe sich um einen Scherz gehandelt, leiden sie teilweise bis heute unter Panikattacken. Eine 51-jährige Frau, die bis zum Schluss an einen Anschlag glaubte, brach schließlich zu Hause zusammen. Dass die Menschen im Video klar zu erkennen waren und später von Bekannten darauf angesprochen wurden, erzeugte zusätzliches Leid. Die Staatsanwaltschaft forderte wegen Körperverletzung, Nötigung und Störung des öffentlichen Friedens acht Monate Haft und Schmerzensgeld für die Opfer.

Untersuchungshaft sollte Erscheinen vor Gericht sicherstellen

Eigentlich hätte der Prozess bereits vier Wochen früher stattfinden sollen. Doch da war ApoRed einfach nicht aufgetaucht. Seinen Fans erklärte er später per Video, er werde dem Gericht eine Entschuldigung nachreichen. Da hatte die zuständige Richterin allerdings bereits einen Haftbefehl erlassen, um sicherzugehen, dass beim nächsten Mal nichts dazwischen kommen könne. Sie verurteilte Ahmad Ahadi, so sein bürgerlicher Name, zu sieben Monaten Haft auf Bewährung und 200 Sozialstunden. ApoReds Partner Jan H., der die Aufnahmen für das Video erstellt hatte, wurde wegen Beihilfe zu einer Geldstrafe von 1200,- Euro verurteilt.

Fazit:

Nach dem Bomben-Prank-Video, dem verpassten Prozesstermin mit anschließender Untersuchungshaft und dem aktuellen Urteil kann sich ApoRed über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Seine für Dezember geplante Tournee allerdings hat der Veranstalter bereits ohne Angabe von Gründen abgesagt. Nach Aussage der Richterin muss der YouTube-Star mit über zwei Millionen Abonnenten auf den Boden zurückgeholt werden. Es wird sich zeigen, ob das mit diesem Urteil gelungen ist.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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