Millionen-Strafe: Elektronikhersteller manipulierten Preisbildung im Onlinehandel

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Über Jahre hinweg haben vier große Konzerne den Wettbewerb im Internetverkauf verfälscht. Mit hoch entwickelten Computerprogrammen überwachten sie die Online-Preise. Boten einzelne Händler zu günstige Schnäppchen an, drohten die Hersteller mit Sanktionen. Weil die betroffenen Firmen die Rechtsverstöße zugaben und mit der EU-Kommission zusammenarbeiteten, kamen sie glimpflich davon: Insgesamt wurden Bußgelder in Höhe von 111 Millionen Euro verhängt.

Asus, Denon & Marantz, Philipps, Pioneer: Schnäppchen unerwünscht

Sollten Sie zwischen 2011 und 2014 Hausgeräte, Heimelektronik oder Computer im Internet erworben haben, könnten Sie zu den Geschädigten gehören. Denn vier Hersteller haben in dieser Zeit dafür gesorgt, dass die Preise ihrer Waren nicht unter einen Mindestwert sanken. Um Schnäppchen-Anbieter ausfindig zu machen, nutzten sie spezielle Bots. Wollten die Einzelhändler nicht kooperieren, drohte man beispielsweise mit einem Lieferstopp.

Konzerne geben Absprachen zur Wettbewerbsverzerrung zu

Dass Preisgrenzen für Wiederverkäufer die mit Abstand häufigsten Wettbewerbsverzerrungen im Onlinehandel darstellen, ermittelte die Europäische Union 2017 in einer Sektoruntersuchung. Die Beeinflussung auch kleinerer Einzelhändler kann dabei das gesamte Preisniveau beeinflussen. Denn die meisten Verkäufer arbeiten inzwischen mit elektronischen Programmen, die regelmäßig die Angebotsbreite der anderen Wettbewerber untersuchen.

50 Prozent Straferlass wegen Kooperation

Mit 64 Millionen Euro zahlt Asus die höchste Strafe. Der taiwanesische Konzern hatte von Händlern in Deutschland und Frankreich jahrelang gefordert, Notebooks und PCs nur zum UVP-Preis zu verkaufen. Der niederländische Hersteller Philipps beeinflusste lediglich Online- Shops in Frankreich bei der Kalkulation für Haus-, Küchen- und Unterhaltungsgeräte. Denon & Marantz kontrollierten die Angebote für Kopfhörer und Lautsprecher in Deutschland und den Niederlanden. Und der japanische HiFi-Produzent Pioneer begrenzte nicht nur die Angebotspreise, sondern behinderte auch den EU-Binnenmarkt: Indem man Bestellungen über Landesgrenzen hinweg einfach nicht ausführte, ließen sich in einzelnen Staaten höhere Preisniveaus halten.

Fazit

Weil Asus, Denon & Marantz, Philipps und Pioneer mit den Ermittlern kooperierten, erließ die EU-Kommission ihnen rund die Hälfte der eigentlich angemessenen Bußgelder. Das könnte aber noch nicht alles gewesen sein. Denn wenn Käufer glauben, durch die Preismanipulation zu viel bezahlt zu haben, können sie vor den Gerichten ihres Landes auf Schadensersatz klagen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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