Cybercrime: Illegaler Medikamenten-Händlerring zerschlagen

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Über das Internet verkaufte die Bande Potenzpillen, starke Schmerzmittel und Arzneien gegen Krebs. Ebenfalls im Angebot: Präparate, die versuchsweise in Australien gegen Covid-19 getestet werden. Die Produkte wurden containerweise in Asien besorgt und an Kunden in aller Welt verschickt. Bei einer Razzia in München konnte nun der vermeintliche Kopf der Bande sowie ein weiterer Täter festgenommen werden.

Erfolg für Zentralstelle Cybercrime

Die beiden Deutschen im Alter von 38 und 35 Jahren arbeiteten offenbar mit einem international verzweigten Netzwerk. Auf Servern in Island hosteten sie zahlreiche Domains, über die in verschiedenen Sprachen illegal Medikamente bestellt werden konnten. Und zwar von jedem Ort der Welt aus. Das Drehkreuz für den Versand befand sich in Singapur. Vom dortigen Freilager aus wurden die Lieferungen verpackt und an Endkunden verschickt. Käufer aus den USA fragten beispielsweise häufig nach Schmerzmitteln, die dort unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. In andere Teile der Welt lieferte man illegale, nicht zugelassene oder verschreibungspflichtige Medikamente gegen Krebs, HIV oder Corona.

Pillen im Postverteilzentrum

Am Frankfurter Flughafen stellte der Zoll in den vergangenen Jahren immer wieder Päckchen für deutsche Abnehmer sicher. Allein zwischen Juli 2019 und Juli 2020 fand man 1.700 Sendungen mit über 100.000 Tabletten. Auch gegen die Empfänger wird in solchen Fällen ermittelt: wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz.

Kooperation für mehr Profit

Ihr sorgfältig aufgebautes Netzwerk sollen die Täter auch anderen international tätigen Banden zur Verfügung gestellt haben. So ließen sich zusätzliche Einnahmen erzielen, die dann über Scheinfirmen in Singapur, Hongkong und den Virgin Islands verschleiert wurden. Insgesamt konnte die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Durchsuchung Vermögenswerte in Höhe von 1,5 Millionen Euro sicherstellen. Allein auf dem Firmenanwesen in München fand man drei hochwertige Sportwagen, mehrere Luxusuhren und Kryptowährungen im Wert von 600.000 Euro.

 Fazit

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern spricht von einem „herausragenden Ermittlungserfolg“ gegen den weltweiten Handel mit illegalen Arzneimitteln. Vorausgegangen waren fast zweijährige Ermittlungen, zeitweise zusammen mit US-amerikanischen Behörden und Europol. Bei der Razzia im Oktober waren mehr als 100 Beamte von Zollfahndung und Staatsanwaltschaft vor Ort, außerdem IT-Spezialisten und eine Spezialeinheit des Zollkriminalamtes. Die Ermittlungen wegen des Verdachts auf illegalen Handel mit Medikamenten werden fortgesetzt.

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Kommentare  
Andrei Bernhard
0 # Andrei Bernhard 31.10.2020, 02:00 Uhr
Ich denke sie haben fiele Leben gerettet.
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