Online-Poker - Vorsicht Phishing-Mail

(0 Bewertungen, 0 von 5)

Mehrere tausend Personen haben in den letzten Tagen gefälschte eMails des Anbieters “Partypoker.com” erhalten. Die Versender wollen Spieler der weltweit größten Poker-Seite im Internet dazu bringen, einem Link zu folgen um dort ihre Account-Daten einzugeben. Wenn man diesem Link folgt, landet man jedoch auf einer gefälschten Webseite die nichts mit dem Angebot von PartyPoker zu tun hat. Es wird so versucht, an die Benutzernamen und Passwörter der Kunden zu gelangen um diese missbräuchlich verwenden zu können.

In der eMail findet sich folgender Text in englischer Sprache: “Dear poker player, Information for US and all over the World based customers on the passing of the Unlawful Internet Gambling Enforcement Act of 2006. On September 30, 2006, the United States Congress passed The Safe Port Act. That measure also contained certain provisions known as the Unlawful Internet Gambling Enforcement Act of 2006. On October 2, 2006, Party Gaming made an announcement regarding the impact the act would have on business when, as expected, it is signed into law”. Urheber von Phishing-eMails gehen immer nach dem gleichen Muster vor. In einem möglichst offiziell und seriös wirkendes Schreiben werden die Empfänger aufgefordert, Benutzernamen, Passwörter, PINs oder TANs auf einer verlinkten gefälschten Webseite einzugeben. Nahezu jeder Internet-Nutzer hat solche gefälschten eMails von Geldinstituten, Sparkassen oder eBay bereits schon einmal erhalten. Inzwischen gibt es auch SMS-Phishing (SmiShing). Dabei werden SMS-Nachrichten verschickt in denen die Empfänger ebenfalls aufgefordert werden, zum Beispiel ein “abgeschlossenes Abo” auf einer bestimmten Webseite durch Eingabe ihrer Daten zu bestätigen.

Hat der Nutzer seine Daten herausgegeben, werden diese in den meisten Fällen dazu genutzt um finanzielle Transaktionen durchzuführen. Hierbei entsteht jährlich alleine in Deutschland ein hoher Millionenschaden. Da sich Geldströme relativ leicht verfolgen lassen setzen die Urheber immer wieder mehr oder weniger ahnungslose Mittelsmänner ein. Diese nennt man “Finanzagenten”. Oftmals sind dies Personen in finanziellen Schwierigkeiten denen traumhafte Renditen versprochen werden. Alles was sie tun müssen, ist ein inländisches Konto zur Verfügung zu stellen und Geldbeträge auf ausländische Konten zu überweisen (z.B. mit Western Union). Finanzagenten müssen jedoch wissen, dass ihre Unterstützungshandlungen strafrechtlich verfolgt werden. So wurde ein Mann vom Amtsgericht Hamm (Az.: 10 Ds 101 Js 244/05-1324/05, Urteil vom 05.09.2005) durch eine solche Unterstützungshandlung wegen Beihilfe zum Computerbetrug (§§ 263a, 27 StGB) verurteilt. Je nach Einzelfall kommen aber auch die Vorschriften über die Geldwäsche zur Anwendung. Das AG Überlingen (Az.: 1 Cs 60 Js 26466/05 AK 183/06) hat in einem ähnlichen Fall ebenfalls einen Strafbefehl erlassen. Finanzagenten müssen bei ihrer Entdeckung jedoch auch mit einer zivilrechtlichen Verfolgung rechnen. So hatte das OLG Hamburg (Az.: 1 U 75/06, Urteil vom 07.07.2006) eine Frau, die als Mittelsperson bei Phishing-Transaktionen geholfen hat, verpflichtet den Schaden in Höhe von 32.000.- Euro zurück zu erstatten.

Fazit:
Empfänger solcher Phishing-Mails sollten auf keinen Fall den angegebenen Links folgen und ihre geheimen Daten herausgeben. Personen die auf Jobsuche sind, sollten sich nicht auf solche dubiosen Geschäfte einlassen. Das Risiko als Mittelsmann erwischt zu werden ist hoch und hat sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Folgen.

Autor: Philipp Otto

Rechtsberatung
Betrug im Internet: Rechtsanwalt Sören Siebert

Praxis-Tipp
Für mehr Informationen nehmen Sie einfach an unserem kostenlosen Webinar "Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten" teil:

Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Kinderpornographie: Hausdurchsuchung bei "Operation Himmel" war rechtswidrig Die "Operation Himmel" sorgte Ende 2007 für große Schlagzeilen. Unter Federführung der Staatsanwaltschaft und Polizei in Berlin wurde ...
Weiterlesen...
Strafrecht: Verurteilter darf Opfer nicht via Facebook kontaktieren  Auch im Strafrecht haben mittlerweile Probleme rund um das soziale Netzwerk „Facebook“ Einzug gehalten. Das Oberlandesgericht Hamm musste sich fragen, o...
Weiterlesen...
Beihilfe zur Volksverhetzung: Ermittlungen gegen Facebook-Manager Der Nordeuropa-Chef des sozialen Netzwerks steht im Visier der Hamburger Staatsanwaltschaft. Kann er mitverantwortlich dafür gemacht werden, dass Gewaltdarst...
Weiterlesen...
Provider und Strafrecht Vor allem der Fall Compuserve/ Somm hat klar gemacht, wie leicht auch Provider im Internet mit dem Strafrecht in Konflikt geraten können. Eine kurze Einführu...
Weiterlesen...
Achtung Internetnutzer: Ist die Teilnahme an Internet-Glücksspielen strafbar? Wer in Deutschland ohne behördliche Erlaubnis im Internet Glücksspiele veranstaltet macht sich strafbar. Das AG München musste aktuell entscheiden, ob sich ni...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details