USA: „Rachepornos“ in Kalifornien unter Strafe gestellt

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Nicht selten verschenken Personen an ihre Lebenspartner freizügige Fotoaufnahmen von sich selbst oder drehen Filme als besonderen „Liebesbeweis“ – dass diese nach einer eventuellen Trennung aber ganz schnell als „Rache“ im Netz landen könnten, vergessen die meisten hierbei. Der US-Bundesstaat Kalifornien hat nun mit einem Gesetz hierauf reagiert.

„Gesetz gegen Rachepornos“ tritt in Kraft

Gerade durch die Möglichkeiten des Internet ist es in den letzten Jahren immer einfacher geworden, intime Fotos oder Videos des Ex-Partners öffentlich zu machen und sich somit an diesem nachträglich noch einmal zu „rächen“.

Auf Initiative von Senator Anthony Cannella wurde nun in Kalifornien ein Gesetz verabschiedet, das genau solche Handlungen unter Strafe stellt. Je nach Schwere der Tat drohen für solche „Rache-Aktionen“ in Kalifornien nun entweder Geldstrafe bis 1000 USD oder bis zu 6 Monaten Haft. Dies im Übrigen unabhängig davon, ob der Ex-Partner zuvor in die Erstellung der intimen Aufnahmen eingewilligt hat oder nicht.

Und die Rechtslage in Deutschland?

Natürlich kommt es nicht nur in Amerika zu Fällen, in denen sich Ex-Partner durch die Veröffentlichung pikanter Fotos rächen wollen. Hierbei handelt es sich regelmäßig um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten der Person, die auf dem Foto zu sehen ist.

Hiergegen kann im Rahmen einer Abmahnung durchgesetzt werden, dass es dem Ex-Partner zukünftig verboten wird, solche Fotos zu veröffentlichen. Darüber hinaus drohen demjenigen, der solche Fotos aus Rache veröffentlicht, hohe Schmerzensgeldforderungen. So verurteilte das Landgericht Kiel beispielsweise einen Ex-Partner, der drei pikante Fotos aus dem Schlafzimmer veröffentlicht hatte und dabei die Kontaktdaten seiner Ex-Freundin mit in das Bild eingebunden hatte, zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 25.000,00 EUR.

Je nachdem, ob die Fotos heimlich ohne das Wissen vom Abgebildeten angefertigt worden sind, können auch strafrechtliche Konsequenzen wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches nach §201a StGB drohen.

Fazit:

So schmerzlich eine Trennung auch sein mag – es ist keine gute Idee, intime Fotos oder Filme des Ex-Partners als Rache-Aktion im Internet zu veröffentlichen. Dieses Verhalten dürfte eine eventuell später mögliche Versöhnung mit dem Ex-Partner nicht nur gänzlich zerstören, sondern auch den eigenen Geldbeutel empfindlich mit Schmerzensgeld-Zahlungen belasten.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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