Filesharing: Achtung Fehler bei ermitteltem Hashwert

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Viele Abmahnkanzleien arbeiten mit verschiedenen Ermittlungsunternehmen zusammen, die für sie die Verstöße online ermitteln und zuordnen. Aber dabei können auch einige Fehler passieren. Über die Fehlerquoten haben wir hier schon einige Male berichtet. Diesmal geht es aber um den Hashwert, der falsch zugeordnet war.


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Hashwert für 2D-Film, Abmahnung für 3D Film

In diesem Fall ging es um eine Abmahnung wegen des Films Step Up: Miami Heat 3D. Die Abmahner warfen dem Anschlussinhaber vor, den Film illegal in einer Tauschbörse verbreitet zu haben. In dem Abmahnschreiben führten die Abmahner auch den konkreten vorgeworfenen Verstoß auf. Das passierte mit einem sogenannten Hashwert. Wenn nämlich ein bestimmter Film oder ein Song in einer Tauschbörse geteilt wird, hat diese Datei einen ganz konkreten Hashwert.

Der betroffene Anschlussinhaber wehrte sich aber gegen die Abmahnung. Vor allem erklärte er, dass er den Internetanschluss nicht alleine benutzte. Auch seine Familie hatte darauf Zugriff.

Außerdem war der ermittelte Hashwert auch falsch. Der bezog sich nämlich auf die 2D-Version des Films, nicht auf die 3D-Version. In der Abmahnung bezogen sich die Abmahner aber ansonsten immer auf die 3D-Version des Films.

Gericht: Anschlussinhaber muss nicht bezahlen

Das Amtsgericht Bochum gab dem Anschlussinhaber Recht (Urteil vom 02.05.2017, Az. 65 C 478/15). Das Gericht führte aus, dass die Abmahnung wegen der falschen Zuordnung des Hashwertes widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sei. Wenn die Abmahner einen 3D-Film abmahnen, der ermittelte Hashwert aber eindeutig einem 2D-Film zugeordnet ist, können die Abmahner keine Abmahnkosten und auch keinen Schadensersatz verlangen.

So wehren Sie eine Filesharing-Abmahnung ab:

Wurden Sie wegen Filesharing abgemahnt? Holen Sie sich jetzt Ihre kostenlose Ersteinschätzung vom Rechtsanwalt unter 0221 / 400 675 577 (24h/bundesweit) oder per E-Mail: aw@abmahnung-internet.de

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Der abgemahnte Anschlussinhaber musste deswegen am Ende weder den geforderten Schadensersatz noch die Abmahnkosten bezahlen.

Praxis-Tipps:

1. Abgemahnte sollten nicht vorschnell die geforderten Abmahnkosten und den Schadensersatz bezahlen, wenn sie abgemahnt werden. Es kann nämlich sein, dass die Ermittlung des Verstoßes fehlerhaft war.

2. Abgemahnte sollten auch bei der beigefügten Unterlassungserklärung Vorsicht walten lassen. Sie sollten diese nicht ohne nähere Prüfung unterschreiben. Meistens besteht für Sie die Möglichkeit, eine modifizierte Unterlassungserklärung abzugeben, damit man sich als Abgemahnter nicht weiter als nötig zur Unterlassung verpflichtet.

3. Lassen Sie sich am Besten beraten, wenn Sie eine Abmahnung erhalten haben.


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Vorsicht bei selbst modifizierten Unterlassungserklärungen!

Liegt eine Abmahnung im Briefkasten, ist der erste Schock groß. Viele Abgemahnte suchen dann schnelle Hilfe im Internet. Manche Vorschläge und Tipps aus Internetforen können für die Abgemahnten aber teuer werden.

Rechtsanwalt Sören Siebert erklärt, was Sie zur modifizierten Unterlassungserklärung wissen müssen und wie Sie Fehler vermeiden.

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