Auch deutsche Musikindustrie fordert Netzsperren für Raubkopierer

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Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die Interessenverbände der deutsche Musikindustrie mit einem Internetverbot für Raubkopierer nach französischem Vorbild in die Öffentlichkeit treten würden.


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Nachdem das französische Parlament dem umstritten Plan einer Internetsperre bei Urheberrechtsverstößen im vergangenen Monat zugestimmt hatte, begrüßen auch die Interessenverbände der deutschen Musikwirtschaft die Entscheidung Frankreichs zur Einführung Internetsperre.

Die französische Regierung macht uns vor, wie man mit dem Problem der massenhaften Urheberrechtsverletzung im Internet effizient umgehen kann. Wir würden auch lieber warnen statt abmahnen, aber leider mangelt es in Deutschland immer noch am politischen Willen zur Umsetzung eines ähnlichen Vorgehens“ erklärt Dieter Gorny, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, auf der Website seiner Verbandes. Weiter erklärt er, er „vermisse in der deutschen Politik die Erkenntnis, dass ein qualitativ geschäftsfähiges Internet nur durch das Zusammenspiel von technologischer Infrastruktur und Inhalten entstehen kann“.

Dies entbehrt allerdings nicht einer gewissen Komik, waren doch die Unternehmen der  Musikindustrie in der Vergangenheit nicht unbedingt die ersten, die mit „technologischer Infrastruktur“ und funktionierenden Geschäftsmodellen im Netz vertreten waren. Man war nicht der Entwicklung innovativer Formate wie mp3 oder der peer-to-pee-Technologien beteiligt, auch Inhalte und funktionierende Geschäftsmodelle hatten branchenfremde Unternehmen wie Apple als erste im Netz etabliert. Einen Teil der Verluste, die zwangsläufig in einem Industriezweig entstehen, der nahezu jede technische Innovation erst Jahre später mitmacht, versucht man statt dessen weiterhin mit Massenabmahnungen wieder gut zu machen.

Fazit:

Sowohl das Bundesjustizministerium als auch das EU-Parlament haben derartige „Netzsperren“ bisher aus rechtsstaatlichen Gründen abgelehnt. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Interessengruppen in den nächsten Monaten deutlicher positionieren werden. Das Thema wird sowohl in Deutschland als auch in der EU weiterhin für Schlagzeilen sorgen.


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