Musikrechte: Spotify wegen Verbreitung von Playlisten verklagt

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 Das schwedische Musikstreaming-Portal „Spotify“ ermöglicht seinen Usern einen umfangreichen Musikgenuss. Jüngst wurde der Betreiber des Dienstes aber für Verbreitung von Playlisten des Musiklabels „Ministry Of Sounds“ verklagt. Der Fall liegt nun einem britischen Gericht vor.


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Spotify-User verbreiten komplette Compilation-Playlisten

Der Betreiber des Musikstreaming-Portals gibt den Usern des Dienstes die Möglichkeit, selbst Playlisten zu erstellen. Diese können dann auf der Plattform bereitgestellt und den anderen Nutzern öffentlich zugänglich gemacht werden. Problematisch hieran ist aber, dass Playlisten erstellt wurden, welche die gleiche Reihenfolge beinhalteten wie die Compilations des britischen Musiklabels „Ministry Of Sound“. Das Label hat sich vor allem in den 90er Jahren in der House-Szene einen Namen gemacht hat. Bei Spotify wurden nun Tracklisten erstellt, die 1:1 mit denen der CDs von Ministry Of Sound übereinstimmten. Teilweise wurden die Listen auch als „Ministry Of Sound Compilation“ bezeichnet. In der Verbreitung der Listen sah das Musiklabel eine Urheberrechtsverletzung und klagte nun vor einem britischen Gericht. Neben der Löschung der Wiedergabelisten wird auch Schadensersatz verlangt.

Musiklabel macht Spotify verantwortlich

Das erstaunliche an dem Fall ist jedoch, dass das Musiklabel nicht etwa behauptet, die Rechte an den einzelnen Songs zu haben. Ministry Of Sound macht lediglich geltend, an den Playlisten ein Urheberrecht zu haben. Durch die Veröffentlichung der Playlisten durch Spotify-User sei dieses verletzt worden, wofür Spotify einzustehen habe. In einem Interview, welches in der der englischen Zeitung „The Guardian“ veröffentlicht wurde, vergleichen sich die Verantwortlichen des Label mit einem Kurator. Um die Arbeit des Labels zu würdigen, müsse daher gegen Spotify und deren Nutzer vorgegangen werden. Ansonsten stünde es jedermann frei, die Arbeit eines Kurators (das Musiklabel meint damit die Gestaltung der Tracklists der Compilations) zu kopieren. Spotify kam dem Anliegen des Labels bisher nicht nach. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich der Rechtsstreit entwickeln wird.

Fazit:

Das erwartete Urteil kann für die Musikwelt, insbesondere für Musikstreaming-Portale, weitreichende Folgen haben. Aus juristischer Sicht hat Ministry Of Sound keine schlechten Karten. Eine Richtlinie der Europäischen Union (Richtlinie 96/9/EG) stellt zumindest Datenbankwerke unter urheberrechtlichen Schutz. Um Recht zu bekommen, müsste es dem Musiklabel allerdings gelingen, das Gericht davon zu überzeugen, dass seine Compilations „Datenbanken“ im Sinne der Richtlinie sind. Es bleibt abzuwarten, wie das Gericht entscheiden wird.


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