Streaming von Filmen: Drohen bei der Nutzung des Streaming-Dienstes Popcorn Time Abmahnungen?

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Anders als bei kinox.to ist die Nutzung von Popcorn Time illegal und kann zur Abmahnung führen. Grund dafür ist die Verwendung einer anderen Übertragungstechnik, die Filme und Videos zwischenspeichert und sogar an weitere Nutzer verteilt.


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Popcorn Time ist kein klassischer Streaming-Dienst

Nach der Abschaltung von kinox.to und einigen weiteren Streaming-Portalen suchen viele Internetnutzer alternative Dienste, bei denen Sie ihre Filme und Serien anschauen können. Einer dieser Dienste ist „Popcorn Time“, welcher sich aufgrund seines Sortiments und der vergleichsweise hohen Qualität, immer größerer Beliebtheit erfreut. Allerdings hat dieser Dienst einen großen Haken: Filme und Videos werden nicht gestreamt sondern heruntergeladen und durch die Nutzer sogar weiter verbreitet.

Als Übertragungstechnik wird Torrent benutzt, wodurch eine direkte Verbindung (p2p) zu vielen anderen Nutzern aufgebaut und benötigte Dateifragmente heruntergeladen werden. An diesem Punkt unterscheidet sich Popcorn Time zum Beispiel von kinox.to, denn bei letzterem galt eine gewisse Grauzone der Rechtsprechung. Filme wurden nur flüchtig im Arbeitsspeicher zwischengespeichert, es wurden jedoch nie Dateien auf der Festplatte des angesehenen Films angelegt.

Torrents werden beobachtet

Die Technik hinter Torrent nutzt hingegen ein riesiges verzweigtes Netz an Nutzern, die sich gegenseitig gewünschte Daten senden. Hierbei wird eine direkte Verbindung zu den Nutzern aufgebaut, die Bruchstücke der gewünschten Datei besitzen. Diese werden heruntergeladen und auf dem Zielrechner zusammengesetzt. Damit dieses System funktioniert, zielt das System darauf ab, die bereits empfangenen Daten weiteren Nutzern zur Verfügung zu stellen.

Bei Popcorn Time führt dies dazu, dass man urheberrechtlich geschütztes Material anderen Nutzern zum Download anbietet, wodurch es bei einer Abmahnung richtig teuer werden kann. Torrents sind allgemein dafür bekannt, dass dort nicht nur interessierte und gleichgesinnte Nutzer sondern auch von Angestellten von Behörden, der Filmindustrie und Abmahn-Anwälten beobachtet werden. Durch die direkte Verbindung zum beziehenden Rechner kann leicht die IP-Adresse, und damit der Anschlussinhaber festgestellt werden. Aus diesem Grund wird in einer Abmahnung immer von Torrent die Rede sein, jedoch nicht von Popcorn Time selbst.

Hohe Abmahngefahr mit hohen Kosten

In Deutschland ist das Herunterladen zum Beispiel von Tauschbörsen illegal und wer selbst urheberrechtlich geschütztes Material anbietet, muss erstrecht mit hohen Abmahnkosten rechnen. Pro Film kann es zu Kosten von 815 Euro kommen, bei einer Folge einer Serie liegen die Kosten bei 470 Euro bis 520 Euro. Bei häufiger Nutzung von Popcorn Time kann auf diese Weise schnell eine hohe Summe zusammen kommen. Da zusätzlich das Torrent-System genutzt wird, ist die Gefahr sehr hoch, eine Abmahnung zu erhalten, da schnell festgestellt werden kann, wer einen Film in dem Moment illegal bezogen und sogar angeboten hat.

Fazit:

So verlockend das Angebot von Popcorn Time aufgrund seiner Qualität und umfangreichen Angebot auch sein mag, so ist jedem geraten, diesen Dienst zu meiden. Einzig echte Streaming-Dienste ohne Speicherung der Daten liegen in einer gesetzlichen Grauzone, in der sich Popcorn Time jedoch nicht befindet. Wer Popcorn Time nutzt, macht sich strafbar und muss auf kurz oder lang mit teuren Abmahnungen rechnen. Informieren Sie sich zum Thema Abmahnung Streaming!


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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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