Filesharing Abmahnung: Reicht ein voreingestellter WPA2-Schlüssel zur Sicherung des Internets aus?

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Abgemahnte in Filesharing-Fällen haben es teilweise schwer, sich von den Vorwürfen der Rechteinhaber frei zu machen. Das Landgericht Hamburg hat entschieden, ob der werkstellige WPA2-Schlüssel zur Sicherung des eigenen Internetanschlusses ausreicht.


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Abgemahnter ändert vom Hersteller voreingestelltes Router-Passwort nicht

Ein Abmahner stellte fest, dass über den Internetanschluss eines Anschlussinhabers ein Film in einer Internettauschbörse zugänglich gemacht wurde. Der Betroffene wohnte in einem Mehrfamilienhaus. Der Router war durch den vom Hersteller vorgegebenen WPA2-Schlüssel gesichert. Er bestand aus 16 Zeichen. Das Passwort änderte der Anschlussinhaber nicht. Die Urheberrechtsverletzung begann aber nicht der Abgemahnte, sondern ein Unbekannter.

Das war auch dem Rechteinhaber bekannt. Dennoch verklagte er den Betroffenen und verlangte von ihm stolze 1.255 Euro. Der Abmahner begründete die Klage damit, dass der Anschlussinhaber wegen der unterlassenen Passwortänderung für die Rechtsverletzung verantwortlich sei. Das Amtsgericht wies die Klage ab. Das Landgericht musste sich jetzt erneut mit dem Fall beschäftigen.  

Gericht: Voreingestellter WPA2-Schlüssel kann zur Entlastung ausreichen

Das Landgericht Hamburg (Urteil vom 29. September 2015, Az.: 310 S 3/15) hielt die Sicherung des Internetanschlusses per voreingestelltem WPA2-Schlüssel für ausreichend. Anschlussinhaber sind nicht verpflichtet, die individuell vergebenen WLAN-Schlüssel des Router-Herstellers zu ändern. Es reicht aus, wenn Abgemahnte die marktübliche Sicherung des Routers wirksam einsetzen.

Zu der „marktüblichen Sicherung“ gehört (auch) die weitverbreitete WPA2-Verschlüsselung. Dieser 16-stellige Zahlenschlüssel eröffnet enorm viele Kombinationsmöglichkeiten und sichert den Internetzugang ausreichend ab. Eine Pflicht zur Änderung des Passwortes trifft Anschlussinhaber nur dann, wenn sie konkrete Anhaltpunkte für eine Ausspähung des Zugangsschlüssels haben. Dies wird nur selten der Fall sein. Der Abgemahnte musste daher nicht zahlen.

Fazit:

Das Urteil ist aus Sicht der Abgemahnten zu begrüßen. Zumindest bei vom Router-Hersteller individuell vergebenen WPA2-Schlüsseln trifft Anschlussinhaber nicht die Pflicht, das Passwort zu ändern. Diese Schlüssel sichern den Internetzugang (insbesondere auch unter Verwendung von Buchstaben- und Zahlenkombinationen) ausreichend ab.

 


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