Illegales Streaming: Drei Jahre und vier Monate Haft für kinox.to- Betreiber

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Er arbeitete zunächst für kino.to und gründete nach dem Auffliegen der illegalen Plattform den Nachfolger kinox.to. Dank eines Geständnisses kommt Arvit O. mit einer kürzeren Strafe davon, als von der Staatsanwaltschaft ursprünglich gefordert. Auf kinox.to wird währenddessen weiter mit illegalen Filmkopien Geld verdient, da es den Behörden nicht gelingt, die Server zu knacken oder die jetzigen Betreiber zu finden.


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Kinox.to als Kopie des Vorgängers erfolgreich

Als im Jahr 2011 die das Portal kino.to aufflog und abgeschaltet wurde, besorgte sich der Mitarbeiter Arvit O. kurzerhand die Sicherungskopie des Programms. Damit baute er an anderer Stelle eine neue Version mit fast identischem Aussehen und ebenso ähnlichem Namen auf, und konnte so einen großen Teil der alten „Kundschaft“ übernehmen. Verurteilt wurde der 29-Jährige nun wegen mehrerer Straftaten, die er bei den beiden Portalen begangen hat. Dabei führte sein Geständnis dazu, dass der Prozess wesentlich schneller abgeschlossen werden konnte, als zunächst erwartet. Auch auf das Strafmaß wirkte sich seine Aussage mildernd aus: Mit drei Jahren und vier Monaten liegt es sieben Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Urheberrechtsverletzung in Tausenden Fällen

Verurteilt wurde O. wegen gewerbsmäßiger unerlaubter Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken in 2284 Fällen bei kinox.to sowie der Beihilfe dazu in 606 Fällen beim Vorgängerportal. Auch Computersabotage bzw. die Beihilfe dazu floss ins Urteil mit ein: O. hatte auf diese Weise versucht, die Server zweier konkurrierender Portale auszuschalten. Nicht zuletzt hatte der Mann zwei Mitarbeiter genötigt, ihre Notebooks herauszugeben, nachdem sie verdächtigt worden waren, Daten kopiert zu haben.

Justiz gegen kinox.to bisher machtlos

Obwohl sich Staatsanwaltschaft und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzung GVU als Prozessgewinner sehen, ist ihnen ein Sieg gegen kinox.to nicht gelungen. Die Plattform ist weiterhin im Netz, verdient Geld mit Werbung und führt ihre Kunden per Link zu illegalen Kopien von Kinofilmen und Fernsehserien. Zurzeit wird kinox wahrscheinlich von einem Brüderpaar aus Leipzig betrieben, das per Haftbefehl gesucht wird. Ein Stilllegen der Server ist mangels Zugangscodes und Passwörtern noch nicht gelungen. Der verurteilte Arvit O. machte vor Gericht keine Aussage über die beiden Männer.

Fazit:

Drei Jahre und vier Monate für das Betreiben einer illegalen Streaming-Plattform und weitere kleinere Delikte – mit dem Strafmaß macht das Landgericht Leipzig klar, dass das Geschäft mit Raubkopien kein Kavaliersdelikt ist. Ob das Urteil eine abschreckende Wirkung haben wird, bleibt abzuwarten – bisher läuft kinox.to unter den neuen Betreibern weiter.

 


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