Urteil: Lehrer darf Schüler 3 Tage das Handy entziehen

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Ein Wochenende ohne Smartphone als erzieherische Maßnahme kann einem 16-Jährigen durchaus zugemutet werden. Zu diesem Urteil ist das Berliner Verwaltungsgericht nach der Klage eines inzwischen volljährigen Oberschülers gekommen. Der junge Mann hatte sein Handy unerlaubt während des Unterrichts benutzt und dann bis Montag auf die Rückgabe warten müssen.

Beim Tippen unter der Bank erwischt

Ein Leben ohne Smartphone ist für die meisten Jugendlichen undenkbar. Die ständige Verfügbarkeit des World Wide Web ermöglicht den Austausch mit Gleichaltrigen über WhatsApp, das Finden von Informationen sowie die Unterhaltung durch Musikdienste, Videoportale und Online-Games.

Kein Wunder also, dass sich ein Schüler in seinen Grundrechten beschnitten sieht, wenn der Lehrer das Handy über das Wochenende einzieht. Dummerweise hatte sich der junge Mann ausgerechnet am Freitag erwischen lassen, als er während des Unterrichts heimlich unter der Bank auf den Bildschirm starrte. Wie an vielen Schulen üblich, wurde das Smartphone einkassiert und sollte den Eltern am nächsten Schultag wieder ausgehändigt werden.

Ein Vorgehen, das Eltern und Sohn im Nachhinein gerichtlich für rechtswidrig erklären lassen wollten. Der Jugendliche sei dadurch in seiner Ehre verletzt und gedemütigt worden.

Keine Verletzung der erzieherischen Rechte der Eltern

Das Gericht wies die Klage als unzulässig ab. Da der Schüler inzwischen eine andere Schule besuche, wirke eine mögliche Diskriminierung nicht mehr fort. Auch einer Wiederholung des Vorfalls habe man durch den Schulwechsel entgegengewirkt. Es liege daher kein besonderes Interesse der Kläger vor, nachträglich eine Rechtswidrigkeit festzustellen.

Darüber hinaus sah das Gericht keinen schwerwiegenden oder unzumutbaren Eingriff in die Grundrechte des jungen Mannes, selbst wenn dieser, wie er es ausgedrückt hatte, „plötzlich unerreichbar“ gewesen sei. Die Schule habe auch nicht in elterliches Erziehungsrecht eingegriffen, als sie das Smartphone über das Wochenende einzog.

Fazit:

Obwohl viele Jugendliche das anders sehen dürften, gibt es laut Gericht kein Grundrecht auf permanente Verfügbarkeit eines Smartphones. Wer die Regeln der Schule zum Umgang mit
Handys verletzt, kennt in aller Regel die Konsequenz. Auch das Konfiszieren des Geräts über das Wochenende ist laut Gericht zumutbar.

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Kommentare  
Sven
-3 # Sven 26.06.2017, 12:39 Uhr
Die gängige Rechtsprechung sieht das zum Glück anders und verweist auf den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz. in einigen Bundesländern ist im Schulgesetz geregelt das eingezogene Telefone nach Schulschluss wieder zurück gegeben werden müssen.

Mein Vorschlag wäre: Smartphone-Entzug für den Richter für mehrere Tage :-)
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Klaus
+5 # Klaus 26.06.2017, 15:27 Uhr
...wie wäre es wenn sich die Schüler einfach an die Regeln halten!?
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Klaus
+3 # Klaus 26.06.2017, 15:29 Uhr
...und bescheuert genug dass dieser charakterschwache Schüler auch noch Steuergelder mit seinem Gang vors Gericht verschwendet....
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