Permanenter Lauschangriff: Pannen-Start beim Google Home Mini

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Der smarte Lautsprecher-Assistent ist noch nicht einmal auf dem Markt, da muss der Hersteller bereits nachbessern. Nachdem Tester stundenlang unfreiwillig von den eingebauten Mikrofonen abgehört worden waren, hat man nun einen der Aktivierungsmechanismen abgeschaltet. Geblieben sind zumindest bei einigen Verbrauchern Zweifel an der Vertraulichkeit ihrer Daten.

„Entschuldigung. Ich verstehe das nicht.“

Eigentlich sollen sich vernetzte Assistenten wie Google Home oder Amazon Echo bei Nichtgebrauch im digitalen Tiefschlaf befinden. Aktiviert werden die Geräte durch sogenannte Hotwords wie „Alexa“, „OK, Google“ oder das Berühren des Fingersensors. Nur dann kann das nachfolgende Sprachsignal aufgezeichnet und verarbeitet werden. Der Google Home Mini kann dann beispielsweise auf Wunsch den Terminplan vorlesen, die aktuellen Fußballergebnisse durchgeben oder im angebundenen Smart TV den Lieblingsfilm abspielen.

Einige der 4000 Mini-Testgeräte, die bereits vor dem Verkaufsstart Mitte Oktober in Umlauf waren, fielen aber durch eine permanente Aktivität auf. Sie reagierten beispielsweise auf den Ton des Fernsehers oder sogar auf Klopfgeräusche an der Wand – meist mit der Aufforderung, den Befehl doch bitte zu wiederholen.

Fehlfunktion erzeugt Tausende Aufnahmen

Eine der Testpersonen, der kalifornische Tech-Blogger Artem Russakovskii, wollte es genauer wissen. Er öffnete das Aktivitätenportal seines Google-Accounts und fand dort mehrere Tausend Dateien mit kurzen Tonaufnahmen seines Mini-Assistenten. Eine Fehlfunktion, wie die Mitarbeiter von Google betonten, die den Fall sofort untersuchten. Offenbar wurde das Gerät aufgrund eines technischen Fehlers immer wieder über den Touch-Sensor aktiviert. Nachdem ein Software-Update keine Hilfe brachte, wird nun bei sämtlichen Geräten das Touch-Panel dauerhaft abgeschaltet. Eine Steuerung des Google Home Mini ist also nur noch über Spracheingabe möglich.

Fazit:

Nach der Datenpanne will Google weitere Zweifel an der Sicherheit seines Home-Netzwerks auf jeden Fall verhindern. Dafür wird sogar auf sämtliche Funktionen des Touch-Panels bei den Mini-Geräten verzichtet. Dennoch zeigt der Vorfall, wie viele Informationen und Aufzeichnungen auch bei ordnungsgemäßer Funktion auf den Servern der Betreiber gespeichert werden. Das gilt allerdings nicht nur für Google Home, sondern ebenso für die Sprachassistenten Cortana, Siri und Alexa.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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