Betrugsmasche Ping-Call: Verbraucher sollen durch Preisansagen geschützt werden

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Ab dem kommenden Frühjahr sind Mobilfunkanbieter verpflichtet, bei Anrufen in 22 ausgewählte Länder die Höhe der entstehenden Kosten anzusagen. Damit reagiert die Bundesnetzagentur auf die massive Zunahme an Betrugsversuchen durch kurze Lockanrufe über teure Verbindungen. Die automatischen Ansagen sollen unbedachte Rückrufe verhindern und damit das unlautere Geschäftsmodell austrocknen.

Nicht Dortmund, sondern Liberia

Mehr als 50.000 Opfer sogenannter Ping-Calls haben sich in den vergangenen zwei Monaten bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Sie alle haben genau so reagiert, wie die Betrüger es geplant hatten: Ein einziges Klingeln auf dem Handy gab ihnen das Gefühl, einen Anruf verpasst zu haben. Die Nummer auf dem Display ähnelte einer deutschen Ortsvorwahl. Doch beim Rückruf meldete sich kein Bekannter oder Geschäftspartner, sondern eine Bandansage, in der Regel in ausländischer Sprache.

Mit den Hinweisen auf Gewinnspiele oder Erotikangebote versuchte man, die Anrufer möglichst lange in der Leitung zu halten oder noch weitere teure Nummern anzurufen. Dass dabei Minutenpreise von mehreren Euro abgerechnet wurden, erkannten die Geschädigten erst später beim Blick auf die Telefonrechnung. Nach deutschem Recht ist ein solches Vorgehen klar wettbewerbswidrig. Doch da die Täter aus dem außereuropäischen Ausland anriefen, war eine Strafverfolgung in der Regel aussichtlos.

Anbieter dürfen Kosten nicht in Rechnung stellen

Die Bundesnetzagentur hat bereits in der Vergangenheit Schutzmaßnahmen ergriffen. Anrufe an die Nummern, für die bereits Ping-Calls gemeldet wurden, dürfen von den Telefonanbietern nicht mehr berechnet werden. Nun geht man noch einen Schritt weiter. Voraussichtlich ab Februar hören Anrufer, die eine entsprechende Vorwahl eingeben, automatisch eine Kostenansage. So soll deutlich werden, dass man nicht gerade die 0261 für Koblenz, sondern 00261 für Madagaskar angerufen hat.

Weitere Länder, aus denen Betrüger erfolgreich waren, sind beispielsweise die Seychellen, Burundi, die Malediven oder Albanien. Durch den geplanten Kostenhinweis können zum einen deutsche Anrufer vor den hohen Verbindungspreisen bewahrt werden. Gleichzeitig soll dem System der Betrüger die Grundlage entzogen werden, indem immer weniger Menschen aus Deutschland die teuren Rufnummern nutzen.

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Praxis-Tipps:

1. Nehmen Sie unerwartete Gespräche aus dem Ausland gar nicht erst an.

2. Seien Sie misstrauisch bei Anrufern, die es nur kurz klingeln lassen.

3. Rufen Sie unbekannte Nummern nicht zurück. Das gilt besonders für internationale Vorwahlen.

4. Sind Sie bereits Opfer eines Ping-Calls geworden, melden Sie den Fall der Bundesnetzagentur: https://www.bundesnetzagentur.de/PingAnruf.html?nn=268936 
Möglicherweise ist die Nummer dort auch bereits gespeichert, so dass Sie die Kosten des Anrufs nicht übernehmen müssen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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