Netzneutralität: Droht dem Stream-On-Tarif der Telekom das Aus?

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In den USA ist das Grundprinzip der Gleichbehandlung aller Daten offiziell abgeschafft. Aber auch in Deutschland warnen Fachleute vor einem Zwei-Klassen-Internet: Wer genügend Geld zahlt oder die richtigen Partner hat, könnte seine Angebote künftig schneller und in besserer Qualität zum User bringen, als andere. Um das zu verhindern, droht die Bundesnetzagentur nun der Telekom mit Zwangsgeldern für ihren Streaming-Tarif.

Musik und Filme unbegrenzt über ausgewählte Apps

Für Kunden der „Magenta Mobil“-Tarife ist es ein gutes Geschäft: Zusätzlich zu ihrem gebuchten Datenvolumen können sie Musik- und Videoangebote bestimmter Vertragspartner unbegrenzt streamen. Nach Ansicht vieler Netzaktivisten liegt schon darin ein Verstoß gegen die Gleichbehandlung digitaler Informationen. Trotzdem hat die Bundesnetzagentur grundsätzlich kein Problem mit der Streaming-Flatrate.

Nachbesserung fordert sie allerdings in zwei Punkten, und genau die könnten den Tarif für die Telekom unrentabel machen. Da wäre zum einen das europäische Roam-Like-At-Home-Prinzip. Demnach müssen Kunden auch bei Reisen ins Ausland die Vorteile von Stream-On nutzen können, und zwar in gleichem Umfang und in gleicher Bildqualität. Das allerdings ist für die Telekom nach eigenen Angaben nicht mehr finanzierbar.

Drosselung für bestimmte Daten widerspricht Netzneutralität

Auch beim Videostreaming fordert die Netzagentur Änderungen. Je nach Tarif sieht die Telekom hier nämlich eine Drosselung vor. Die Bildqualität würde von HD auf SD reduziert. Darin liegt der eigentliche Verstoß gegen die Gleichbehandlung jeglicher Datenübertragung, so die Netzagentur. Auch in diesem Punkt widerspricht der Anbieter: Die Qualität sei immer noch völlig ausreichend und die Kunden seien mit dem Angebot völlig zufrieden.

Generell argumentiert die Telekom, man wolle den Verbrauchern ihre lieb gewonnenen Streaming- Tarife nicht nehmen. Die jetzt geforderten Änderungen würden aber das Ende der Streaming-Flats bedeuten. Die Netzagentur hingegen sieht den Verbraucherschutz dann gewährleistet, wenn die geltenden EU-Vorschriften eingehalten werden. Ob das mit dem bestehenden Angebot der Fall ist, oder nicht, will die Telekom nun juristisch prüfen lassen.

Fazit

O2 und Vodafone haben Tarife mit ähnlichen Streaming-Flatrates im Angebot. Was für Kunden wie eine kostenlose Zugabe aussieht, bedeutet nach Ansicht der IT-Fachleute ein Aufbrechen der Netzneutralität. Dabei ist man sich in Europa eigentlich einig: Die Daten aller Anbieter müssen gleichbehandelt werden, um Informationsvielfalt und Meinungsfreiheit zu gewährleisten.

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