Unerlaubte Telefonwerbung: 140.000 Euro Strafe für Energieversorger

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Wer Agenturen und Call-Center mit Kundenakquise beauftragt, ist selbst für die rechtmäßige Durchführung verantwortlich. Die Bundesnetzagentur hat nun gegen den bundesweiten Strom- und Gasanbieter E wie Einfach eine sechsstellige Geldbuße verhängt. Im Auftrag des Unternehmens sollen Verbraucher immer wieder und gegen ihren Willen mit Werbeanrufen belästigt worden sein. Mutterkonzern E.ON weist die Vorwürfe zurück.

Namen und Nummern von Adresshändlern erworben

Verkaufsberatung am Telefon darf in Deutschland nur dann stattfinden, wenn der Angerufene vorher sein Einverständnis gegeben hat. Ein gern gewähltes Mittel zum Erhalt der Zustimmung sind Gewinnspiele: Um teilnehmen zu können, erklären sich Verbraucher oft mit Werbeanrufen einverstanden. So will auch die Kölner E wie Einfach GmbH an die Nummern der Angerufenen gekommen sein. Untersuchungen der Bundesnetzagentur allerdings ergaben, dass viele von ihnen an den genannten Preisausschreiben gar nicht teilgenommen hatten.

Beschwerden von Verbrauchern über drei Jahre

Aber selbst wenn: Die Einwilligungstexte der Gewinnspiele waren derart ungenau formuliert, dass auch Unterzeichner nicht mit Werbeanrufen rechnen konnten. Eine rechtmäßige Grundlage für für Produktwerbung per Telefon lag also nicht vor. Immerhin knapp drei Jahre lang wurden Verbraucher dennoch hartnäckig immer wieder kontaktiert und zum Wechsel ihres Anbieters aufgefordert. Zahlreiche Beschwerden bei der Bundesnetzagentur führten schließlich zu umfassenden Ermittlungen.

Verantwortung kann nicht delegiert werden

Nachdem die E wie Einfach GmbH Agenturen für die Werbemaßnahmen gefunden hatte, fand offensichtlich keinerlei Kontrolle mehr statt. Deshalb wird die E.ON-Tochter nun mit einem Bußgeld von 140.000 Euro belegt. Denn als Auftraggeberin der Anrufaktionen muss sie die Einhaltung der rechtlichen Grundsätze garantieren. Dazu gehört vor allem, dass in jedem einzelnen Fall eine ausdrückliche Einwilligung der Verbraucher vorliegt. Dafür steht der Auftraggeber gerade, auch wenn die Telefonate von Subunternehmern durchgeführt werden. Noch ist die Entscheidung der Bundesnetzagentur allerdings nicht rechtskräftig: Der Stromversorger kann vor Gericht Einspruch gegen das Bußgeld einlegen.

Praxis-Tipp:

Telefonwerbung ist nur dann erlaubt, wenn Sie dem werbenden Unternehmen vorher ausdrücklich ihre Erlaubnis erteilt haben. Ist das nicht der Fall, können Sie den Fall der Bundesnetzagentur melden. Weitere Informationen und das entsprechende Online-Formular finden Sie unter https://www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde.

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