Roaming: Hohe Kosten auf See und in der Luft

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Kaum zu Hause angekommen, ist die Urlaubserholung schon wieder dahin. Mit Rechnungen über mehrere Tausend Euro vom Mobilfunkanbieter wenden sich derzeit Heimkehrer an die Verbraucherzentralen. Dabei fallen zwei Dinge auf: Zum einen waren die Urlauber meistens mit dem Schiff unterwegs. Zum anderen handelt es sich auffällig oft um Kunden des Anbieters Telefónica.

Smartphone im Urlaub kann immer noch teuer werden

Vielerorts fallen für das Telefonieren und Surfen im Europäischen Ausland seit gut einem Jahr keine Roaming-Gebühren mehr an. Wer allerdings glaubt, mit seinem Datenvolumen von zu Hause gut über die Runden zu kommen, liegt nicht immer richtig. Denn der Grundsatz „roam like at home“ gilt nur in terrestrischen Netzen. Im Flugzeug und auf See allerdings nutzen Reisende häufig Satellitenverbindungen. Hier gibt es andere Regeln und vor allem: andere Verbindungspreise. Je nach Telefon- oder Reisegesellschaft liegen die Gebühren deutlich höher als auf dem Festland.

Besonders betroffen: Telefónica-Kunden

Verbraucherzentralen in Deutschland haben die Beschwerden wegen hoher Mobilfunkrechnungen für Schiffsreisen genauer untersucht. Dabei fiel auf, dass die Gesellschaft Telefónica am häufigsten in der Kritik stand. Und die Verbraucherschützer fanden bald heraus, woran das lag. Im Gegensatz zu den anderen Anbietern macht Telefónica keine Angaben über die exakten Kosten der Smartphone-Nutzung an Bord. Lediglich ein Hinweis über möglicherweise abweichende Preise wird per SMS verschickt. Was das in der Praxis bedeutet, erfahren viele Kunden erst beim Öffnen der Rechnung.

11.000,- Euro Mobilfunkrechnung nach Kreuzfahrt

Dass die Gebühren durchaus in den drei- oder sogar vierstelligen Bereich gehen können, haben die Verbraucherschützer durchgerechnet. Auf einem Kreuzfahrtschiff ein Megabyte Daten herunterzuladen, kann bei Telefónica schon 25,- Euro kosten. Für ein zehnminütiges YouTube-Video über das Urlaubsland in HD mit einer Datenmenge von 200 MB werden also rund 5000,- Euro fällig. Eine automatische Kostenbegrenzung, zum Beispiel auf 60,- Euro, gibt es nicht. So erklärt sich auch die Rechnung über 11.000,- Euro, mit der ein Telefonica-Kunde Hilfe bei der Verbraucherzentrale suchte. Wieso das Unternehmen seine Kunden offenbar weniger schützt, als andere Mobilfunkanbieter ist unklar. Umso wichtiger ist es, dass sich Reisende schon vor Antritt von Kreuzfahrten selbst informieren.

Praxis-Tipps:

1. Für das Telefonieren und Surfen auf Schiffen hat die Verbraucherzentrale eine besondere Informationsseite ins Netz gestellt: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/mobilfunk-und-festnetz/telefonieren-und-surfen-auf-schiffen-7851
2. Sollten Sie bereits jetzt eine unerwartet hohe Rechnung aufgrund von Roaming-Gebühren erhalten haben, können Sie den Fall dem Marktwächter-Team der Verbraucherzentralen melden: https://ssl.marktwaechter.de/mitmachen/beschwerdeformular

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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