Kampf gegen Fake News: WhatsApp schränkt Weiterleitungsfunktion ein

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Der Social-Media-Einfluss auf die öffentliche Meinung hat in vielen Teilen der Welt dramatische Ausmaße angenommen. Nach Gewaltwellen und zahlreichen Lynchmorden in Indien sah sich die Facebook-Tochter zum Handeln gezwungen. Was dort im letzten halben Jahr offenbar funktionierte, gilt nun für alle 1,5 Milliarden Nutzer weltweit: WhatsApp-Nachrichten können nur noch an maximal fünf Kontakte oder Gruppen weitergeleitet werden.

20 Lynchmorde innerhalb von zwölf Monaten

Sogar Unschuldige waren in Indien aufgrund von Verwechslungen und Missverständnissen zu Tode geprügelt worden. Obwohl die Regierung zu Besonnenheit und Vorsicht gegenüber den sozialen Medien aufrief, kam es immer wieder zu Selbstjustiz. Nach dem massenhaften Teilen von Fotos und Videos rotteten sich wütende Menschen zu Mobs zusammen und machten Jagd auf vermeintliche Kindesentführer. Auch offizielle Informationskampagnen mit Lautsprecherwagen zeigten wenig Wirkung. Im Juli 2018 grenzte WhatsApp die Weiterleitungsfunktion von Nachrichten in dem südasiatischen Land deshalb drastisch ein.

Nachrichten gehen an maximal fünf Chats

Mit dem Ergebnis ist der kalifornische Konzern bisher zufrieden: In den vergangenen sechs Monaten habe sich die Anzahl weitergeleiteter Meldungen global „erheblich reduziert“. Zwar werden in keinem anderen Land so viele WhatsApps geteilt, wie in Indien. Doch die Wirkung der sozialen Medien in Konflikten oder vor Wahlen ist auch andernorts zu spüren. Vor allem das Verbreiten von manipuliertem oder gefälschtem Material soll nun weltweit noch stärker eingeschränkt werden. Nutzer können Nachrichten deshalb nur noch an bis zu fünf Empfänger oder Gruppen weitergeben. Die Änderungen treten zunächst auf Android-Smartphones in Kraft. Ein entsprechendes Update für iOS soll bald folgen.

Fazit

WhatsApp will nach eigenen Worten zu seinen Wurzeln zurückkehren. Als privater Messenger für Freunde und Familien habe man schließlich begonnen. Das „Gefühl der Privatsphäre“ sei es außerdem, was die Nutzer an dem Medium liebten. Vor diesem Hintergrund sei es völlig ausreichend, Material mit fünf Empfängern zu teilen.

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