Microsoft Skype: Auch Telefonsex kann abgehört werden

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Nach den Meldungen über Google, Amazon und Apple kann eigentlich niemand mehr überrascht sein: Auch Microsoft hat nun bestätigt, Audioaufnahmen seiner Nutzer von eigenen Mitarbeitern abhören zu lassen. Darunter ist allerdings auch höchst sensibles Material: intime Gespräche zwischen Liebespaaren und offenbar sogar Telefonsex.

Paargespräche als Trainingsobjekt

Neben dem Sprachassistenten Cortana ist auch der millionenfach genutzte Telefondienst Skype betroffen. Genauer gesagt: das automatische Übersetzungsprogramm Skype Translator. In verblüffender Schnelligkeit wandelt es jedes gesprochene Wort um in eine von derzeit 8 verschiedenen Sprachen. Damit die künstliche Intelligenz das leisten kann, muss sie immer wieder neu überprüft und korrigiert werden. Daraus macht Microsoft kein Geheimnis. Allerdings wird in den Beschreibungen des Dienstes an keiner Stelle dargelegt, dass zur Verbesserung der Software höchst persönliche Gespräche von fremden Menschen abgehört und ausgewertet werden.

Analyse auch im Home Office möglich

Dem Internetmagazin Motherboard liegen Tonaufnahmen, Dokumente und Screenshots vor, die die Abhörpraxis bei Microsoft belegen. Zur Verfügung gestellt hat sie offenbar ein Angestellter eines Subunternehmens, das mit der Auswertung beauftragt ist. Dass er die Sprachaufnahmen überhaupt an Außenstehende weitergeben könne, belege den unzureichenden Datenschutz, findet der Mann. Laut Motherboard können die Abhör- und Transkriptionstätigkeiten auch Mitarbeiter von zu Hause aus durchführen.

Microsoft sieht Datenschutz gewahrt

Bei den Soundschnipseln handelt es sich teilweise um Befehle für das Assistenzsystem Cortana. Unter anderem würden hier auch mal pornografische Inhalte gesucht oder vollständige Adressen abgefragt, so der Whistleblower. Bei den Skype-Dateien hingegen finde man unter anderem vertrauliche Paargespräche. Mehr als einmal habe er Aufnahmen abgehört, die er als Telefonsex beschreiben würde. Ein Sprecher von Microsoft betonte, dass die Mitschnitte auf einem sicheren Online-Portal gespeichert würden und alle Mitarbeiter zu Vertraulichkeit verpflichtet seien. In den Nutzungsbedingungen würden Kunden außerdem darüber informiert, dass Sprachbefehle zur Software-Verbesserung analysiert werden könnten.

Fazit

Auch Tonaufnahmen von Cortana und dem Übersetzungsdienst Skype Translate werden von menschlichen Ohren abgehört. Dass nur so die künstliche Intelligenz lernen kann, leuchtet den meisten Nutzern ein. Für Verärgerung sorgt aber, dass die großen IT-Unternehmen nicht von Anfang an offen damit umgegangen sind. Apple, Google und Amazon haben inzwischen reagiert und die bisherige Abhörpraxis zunächst ausgesetzt.  

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