Teurer Rückruf: Betrüger locken mit Ping-Calls aufs Handy

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Wie reagieren Sie, wenn Ihr Smartphone einen verpassten Anruf anzeigt? Bleiben Sie entspannt und warten, dass Ihr Gesprächspartner es ein weiteres Mal versucht? Oder rufen Sie - aus Höflichkeit oder Neugier - die angezeigte Nummer sofort zurück? Letzteres kann ziemlich teuer werden. Über 21.000 Verbraucher sind seit Jahresbeginn Opfer sogenannter Ping-Calls geworden.

Die Null macht den Unterschied

Die Nummern scheinen mit einer deutschen Ortsvorwahl zu beginnen. Doch der erste Eindruck täuscht. Statt der 0261 für Koblenz beispielsweise steht in Wirklichkeit 00261 im Display. Wer den Kontakt zurückrufen will, landet in Madagaskar. Oder in Liberia, Burundi, oder einer anderen Region, deren Landesvorwahl man zunächst für eine deutsche Stadt gehalten hat. Meist ertönt am anderen Ende eine Bandansage mit schwer verständlichen Hinweisen. Sie soll die ahnungslosen Verbraucher möglichst lange in der Leitung halten. Denn für jede Minute werden Gebühren in Höhe von mehreren Euro fällig.

Die betrogenen Handybesitzer merken das oft erst Wochen später, wenn eine entsprechende Summe auf der Mobilfunkrechnung angezeigt wird.

Ping soll zu Rückruf provozieren

Wer gegen die Betrüger vorgehen will, landet häufig bei der Bundesnetzagentur. Im Jahr 2017 registrierte man hier mehr als 76.000 Beschwerden. Die Behörde ordnete daraufhin im Frühjahr 2018 an, dass Anrufer in typische Ping-Call-Staaten gewarnt werden müssten. Mobilfunkanbieter wurden zu automatischen Preisansagen verpflichtet, falls beispielsweise eine Verbindung nach Madagaskar aufgebaut werden sollte. Anrufer konnten also rechtzeitig auflegen, bevor irgendwelche Kosten entstanden.

Dass die Maßnahme funktionierte, zeigte sich in einem deutlichen Rückgang der Beschwerden. So lange, bis die Regelung der Netzagentur zum Jahresende auslief, und die Betreiber nach und nach auf die Warnungen verzichteten. 21.500 Menschen meldeten danach weitere Lockanrufe aus dem Ausland.

Vorsicht: Dieser Anruf kann teuer werden

Bereits im Februar hat die Behörde daher erneut Preisansagen angeordnet, diesmal für Anrufe in insgesamt 56 Länder. Gleichzeitig warnen die Experten noch einmal vor dem Geschäftsmodell der Ping-Anrufer. Wer eine nicht gespeicherte Nummer unbedingt zurückrufen möchte, sollte vorher genau hinsehen: Möglicherweise handelt es sich um eine Auslandsvorwahl.

Praxis-Tipps

1. Seien Sie misstrauisch bei Anrufern, die es nur ein einziges Mal klingeln lassen.
2. Rufen Sie keine Nummern aus dem Ausland zurück, wenn Sie den Anruf nicht erwartet haben oder der Kontakt persönlich bekannt ist.
3. Melden Sie Ping-Anrufe auf der Webseite der Bundesnetzagentur unter http://www.bundesnetzagentur.de/PingAnruf

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Kommentare  
Maria
0 # Maria 10.09.2019, 16:09 Uhr
Nicht nur anrufe aus dem Netz. Ich habe seltsame andere Handynummer o. Ä. die mich anrufen und meist nur einmal klingeln lassen. Bei solchen rufe ich nicht zurück, generell gehe ich kaum noch ans Telefon, wenn Nummern anrufen, die ich nicht kenne.
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Lee
+2 # Lee 28.08.2019, 14:02 Uhr
Ich kenne niemanden im Ausland. Da hebe ich prinzipiell nicht ab. Meist findet man auf tellows.de heraus, dass auch andere Anrufe von der Nummer erhalten haben und man besser die Nummer sperren sollte.
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