US-Gericht: Affe hat kein Urheberrecht an seinem Selfie

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Das Makakenweibchen Naruto wird für sein Selbstporträt keine Tantiemen erhalten. Ein Gericht in San Francisco hat angekündigt, eine entsprechende Klage der Tierschutzorganisation PETA abzuweisen. Doch der Streit um das Affenselfie dürfte weitergehen.

Äffchen stibitzt Kamera des Fotografen

Das Foto kennt inzwischen jeder. Und das nicht nur, weil Narutos zu einem breiten Grinsen verzogener Mund an manche menschlichen Selfies erinnert. Auch die Entstehungsgeschichte des Bildes weckt Sympathien für die neugierige Affendame: Offenbar wartet Naruto geduldig ab, bis der britische Fotograf David Slater bei seiner Expedition im indonesischen Dschungel Kamera und Ausrüstung für einen Moment unbeaufsichtigt lässt. Dann schnappt sie sich das Gerät und drückt wieder und wieder auf den faszinierenden klickenden Auslöser. Die meisten Aufnahmen, die so entstehen, sind verwackelt – aber eben nicht das gestochen scharfe und perfekt belichtete Selbstporträt des Affen, das Slater später veröffentlicht.

Wer ist Urheber des Affenporträts?

Das Bild geht um die Welt und landet unter anderem in einem Wikipedia-Beitrag über Makakenaffen. Der Fotograf Slater jedoch will das mit Hinweis auf das Urheberrecht unterbinden. Wikipedia wehrt sich, und im Dezember 2014 entscheidet das US Copyright Office, dass von Tieren produzierte Werke lizenzfrei sind.

Ein Dreivierteljahr später, im vergangenen September, wird erneut Klage wegen des Urheberrechts für das Affenselfie eingereicht. Die Tierschutzorganisation PETA, die Naruto als Urheberin des Fotos ansieht, will die Rechte der Äffin einklagen. Einnahmen für die Bildrechte sollen der Makakendame und den anderen Tieren in dem indonesischen Nationalpark zukommen.

„Ein Fall für den Präsidenten!“

Richter William Orrick am Bundesbezirksgericht in San Francisco tut sich mit der Entscheidung schwer. Prinzipiell sei es natürlich möglich, Gesetze auch auf Tiere anzuwenden. Ob dies aber auch beim Urheberrecht erwünscht sei, müssten doch wohl der amerikanische Präsident und der Kongress entscheiden, so der Richter. Da beide sich aber bisher nicht zu dieser Frage geäußert haben, weist er die Klage ab. Orrick stellt PETA aber frei, es mit einem neu formulierten Antrag noch einmal zu versuchen. Bis also ein Richter oder der amerikanische Präsident anders entscheiden, bleibt das Selbstporträt der grinsenden Naruto lizenzfrei.

Fazit:

Selbst wenn ein Affe mit der professionellen Ausrüstung eines Fotografen ein spektakuläres Selfie produziert, kann er keine Urheberrechte beanspruchen. Mit dieser Entscheidung hat ein US-Gericht die Klage der Tierschutzorganisation PETA im Namen der Makakenäffin Naruto abgewiesen. Gemäß einem früheren Urteil liegt das Copyright aber auch nicht beim Besitzer der Kamera. Die Tierschützer haben bereits angekündigt, weiter für die Rechte der Affendame zu kämpfen.

 

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