Sperrtafeln ade: Einigung zwischen YouTube und GEMA

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Musikfans und Songschreiber sind gleichermaßen erfreut: Nach sieben Jahren zäher Verhandlungen und gerichtlicher Auseinandersetzungen werden zahlreiche Songs endlich auch von Deutschland aus auf dem hierzulande bekanntesten Videoportal abrufbar sein. Wieviel YouTube ab sofort an die GEMA zahlt, soll ein Geheimnis bleiben. Für die Zuschauer zählt in der Hauptsache sowieso nur, dass seit Dienstag die meisten bisher gesperrten Videos wieder freigeschaltet sind.

Nie mehr „Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar“?

Betroffen sind Titel von Helene Fischer und Deichkind, von Justin Bieber und Bon Jovi, von Lady Gaga und Enrique Iglesias. Sie alle lassen die Urheberrechte an ihrer Arbeit in Deutschland von der GEMA vertreten. Und weil sich die Verwertungsgesellschaft mit YouTube nicht über eine angemessene Vergütung einigen konnte, waren jahrelang statt ihrer Musikvideos nur Sperrtafeln zu sehen. Nun allerdings erklärten die beiden Parteien überraschend, einen Lizenzvertrag abgeschlossen zu haben. Und tatsächlich wurde ein Großteil der bisher gesperrten Clips inzwischen wieder freigegeben. Die jetzt festgelegte Einigung gilt übrigens nicht nur zukünftig, sondern betrifft auch rückwirkend Videoabrufe bis zum Jahr 2009.

Die genauen Details der Vereinbarung sind strikt vertraulich. Bekannt ist aber, dass die GEMA mit einer Forderung von 0,375 Cent pro Abruf vor Gericht ging, die dort Anfang des Jahres abgeschmettert wurde.

Politische Regelung wünschenswert

Ein Zeichen für grenzenlose Harmonie will die GEMA bei aller Freude über die Einigung nicht sehen. Nach wie vor sei man in der Sache unterschiedlicher Meinung: Da YouTube als werbefinanziertes Unternehmen mit den Songs der Künstler Geld verdiene, müssten die auch am Gewinn beteiligt werden, findet die GEMA. Mit anderen Portalen wie Spotify und iTunes wurden zu diesem Zweck erfolgreich Verträge geschlossen. Google-Tochter YouTube hingegen wünscht sich zwar ebenfalls eine angemessene Entlohnung für Musiker. Man selbst sei dafür aber nicht zuständig, denn die Musikplattform fungiere ja lediglich als technischer Dienstleister.

Zwar werden die noch laufenden gerichtlichen Verfahren nun in gegenseitigem Einvernehmen eingestellt. Trotzdem erwarte man von der Politik eine grundsätzliche Klärung der Pflichten und Rechte beider Parteien. Die nun geschlossene Lizenzvereinbarung gilt zunächst bis April 2019.

Fazit:

Sinkende CD-Verkäufe einerseits und der geplante Deutschland-Start der Bezahl-Plattform YouTube Red andererseits haben bei den zerstrittenen Parteien offenbar die Kompromissbereitschaft erhöht. Nicht nur Bands und Musiker, sondern auch Hobbyfilmer sind erleichtert: Videos, die mit GEMA-pflichtiger Musik unterlegt sind, können endlich wieder über YouTube geteilt werden. Ein großer Teil der von Musikfans so gehassten Sperrtafeln wird spätestens Ende der Woche verschwunden sein. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass auch künftig einige wenige Künstler, die nicht mit der GEMA zusammenarbeiten, das Abspielen ihrer Werke bei YouTube untersagen.

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