Streit um Urheberrecht: Bulgarischer Radiosender gewinnt Hörer mit Uralt-Musik

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Was in Deutschland die GEMA, ist in Bulgarien Musicautor: eine Gesellschaft, die Rechte von Künstlern verwaltet und Gebühren einzieht. Und auch in Bulgarien ist Verwertungsgesellschaft nicht sonderlich beliebt. Ein Streit im Lizenzkosten hat dort so weit geführt, dass ein Radiosender nur noch Uralt-Musik spielt. Denn 70 Jahre nach der Veröffentlichung oder nach dem Tod der Künstler Musik gemeinfrei. Die Notlösung scheint nun zum Erfolgsmodell zu werden.

Rechteverwerter fordern mehr als dreifache Gebühr

Seit dem 1. Januar bekommen Fans von Radio BNR nur noch Klassik, Jazz und Folklore zu hören. Um aktuellere Musik spielen zu dürfen, hätte der Sender dem Rechteverwerter Musicautor das Dreieinhalbfache der bisher berechneten Gebühren zahlen müssen: statt umgerechnet 250.000 Euro nun rund 900.000 Euro pro Jahr.

Für das Bulgarische Nationalradio ist eine solche Steigerung nicht finanzierbar. Direktor Alexander Velev fühlt sich außerdem ungerecht behandelt: Weil es sich um ein öffentlich-rechtliches Programm handele, verlange man vom BNR deutlich mehr, als von privaten Radiosendern.

Klage, Gegenklage und zufriedene Hörer

Auch Vertreter der Regierung konnten keine Einigung der beiden Parteien herbeiführen, im Gegenteil. Nach gegenseitigen Klagen auf Schadensersatz ist ein Kompromiss nicht in Sicht. Verschiedene bulgarische und ausländische Musiker allerdings haben inzwischen eine Sondervereinbarung mit dem Bulgarischen Nationalradio getroffen: Zunächst bis zum Ende des Jahres darf der Sender einige ihrer Werke unentgeltlich spielen.

Die anfängliche Sorge, dass die neue Musikrichtung beim Publikum nicht ankommen könnte, erwies sich indes als unbegründet: Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Hörerzahlen sogar um ganze 20 Prozent. Anrufer bedankten sich ausdrücklich dafür, dass der Sender den klassischen Stilrichtungen neue Aufmerksamkeit widme.

Fazit:

Der Hörerzuwachs bei BNR ist sicher nicht nur auf die geänderte Musikfarbe zurückzuführen. Dass das Programm sich den ungewöhnlich hohen Forderungen der Verwertungsgesellschaft

nicht beugen will, kommt in der Bevölkerung gut an. Damit haben die Radiomacher in den weiteren Verhandlungen eine gute Ausgangsposition.

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