Achtung bei Fotobenutzung: Entfernen von Metadaten kann Urheberrecht verletzen

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Metadaten in einer Fotodatei sind Hintergrundinformationen wie zum Beispiel Informationen zum Kameramodell, der Belichtung, Datum und Uhrzeit. In Metadaten können aber auch Informationen zum Fotografen selbst gespeichert sein, zum Beispiel sein Name oder seine Homepage. Bilder sollen dadurch besser recherchierbar sein. Kürzlich tauchte aber deshalb die Frage auf, ob diese Metadaten entfernt werden dürfen oder ob man damit das Urheberrecht des Fotografen verletzt.

Auftraggeber des Fotografen entfernte die Metadaten

In einem Fall, den vor kurzem das OLG Köln zu entscheiden hatte, ging es genau um diese Frage. Hier ging es um einen Fotografen, der für seinen Auftraggeber ca. 160 Fotos angefertigt hatte. Die Fotos enthielten Metadaten (EXIF- und IPTC-Daten), aus denen sich unter anderem der Name des Fotografen, seine Homepage und Adresse ergab.

Sein Auftraggeber bearbeitete die Fotos noch und löschte bzw. überschrieb dann aber die Metadaten des Fotografen, bevor er die Bilder an weitere Personen weitergab. Der Fotograf war damit nicht einverstanden und sah sein Urheberrecht durch die Löschung der Metadaten und die Weitergabe an Dritte verletzt.

Gericht: Metadaten können wichtige Informationen sein

Das Oberlandesgericht Köln entschied den Fall (Urteil vom 20.01.2017, Az. 6 U 105/16) und gab dem Fotografen Recht. Im Kern ging es dabei um die Frage, ob die Metadaten wichtige Informationen im Sinne von § 95c UrhG sind und ob die Fotos ohne die Metadaten 'unbefugt' verbreitet wurden. Nach dieser Regelung dürfen nämlich von 'Rechtsinhabern stammende Informationen für die Rechtewahrnehmung' nicht entfernt oder verändert und dann ohne diese Angaben 'wissentlich unbefugt' weitergegeben werden.

Das Gericht argumentierte, dass die Metadaten genau solche Informationen sein können. Das Entfernen der Daten kann deswegen auch eine Urheberrechtsverletzung sein. Das Gericht führte außerdem aus, dass der Auftraggeber nicht darauf vertrauen durfte, dass er die Metadaten einfach löschen durfte, bevor er die Bilder an Dritte weitergab. Der Auftraggeber hatte nämlich argumentiert, dass er die Bilder nicht 'wissentlich unbefugt' weitergegeben hatte.
Dem erteilte das Gericht aber eine Absage. Der Auftraggeber kam nämlich auch aus der Werbebranche und hätte wissen müssen, dass die Weitergabe der Bilder ohne die Metadaten das Urheberrecht des Fotografen verletzt.

Praxis-Tipps:

1.    Wenn Sie Bilder von Dritten benutzen, denken Sie daran, dass Sie nicht einfach die Metadaten entfernen dürfen. Darin können nämlich wichtige Informationen enthalten sein.

2.    Umgekehrt dürfen Sie als Fotograf gegen die Löschung der Metadaten vorgehen, insbesondere, wenn die Daten Aufschlüsse über Sie als Person geben.

3.    Lesen Sie hier auch nochmal unseren Beitrag dazu, wo und warum der Name des Fotografen auf Webseiten noch genannt werden muss: https://www.e-recht24.de/news/urheberrecht/10007-urheberrecht-und-webseiten-wo-muss-der-name-des-fotografen-genannt-werden.html

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