Sex-Fotos im Netz: Das kann eine teure Angelegenheit werden

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Sex-Fotos ohne die Zustimmung der (Ex-)Partnerin oder des (Ex-)Partners ins Netz zu stellen, kann teuer werden. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm. Ein junger Mann musste 7.000 Euro an seine Ex-Freundin zahlen.

Ex-Freund stellt Sex-Foto ins Internet

Der Ex-Freund einer jungen Frau machte (als sie noch ein Pärchen waren) ein Foto von seiner damaligen Freundin, welches sie beim Oralverkehr zeigte. Die Frau war mit der Anfertigung des Fotos einverstanden. Nach der Trennung veröffentlichte er das Foto aber auch auf einer Internetplattform. So konnten sich auch gemeinsame Freunde und Klassenkameraden das Bild ansehen. Das Bild verbreitete sich dann auch noch wie ein Lauffeuer auf anderen sozialen Netzwerken. Mit der Veröffentlichung des Fotos war die Betroffene natürlich nicht einverstanden und bekam eine psychische Erkrankung. Das Bild hatte ihr Ex-Freund mittlerweile auf ihr Verlangen gelöscht.

Vor Gericht verlangte die junge Frau nun aber u.a. Schmerzensgeld von mindestens 5.000 Euro. Das Landgericht sprach ihr 20.000 Euro zu. Der Ex-Freund war damit aber nicht einverstanden und ging in Berufung. Das Oberlandesgericht Hamm hat den Fall entschieden.

OLG Hamm reduziert Schmerzensgeld auf 7.000 Euro

Das Oberlandesgericht Hamm (Urteil vom 20. Februar 2017, Az. 3 U 138/15) hat den Betrag auf 7.000 Euro reduziert. Das Gericht berücksichtige zwar zu Ungunsten des Ex-Freundes, dass seine ehemalige Partnerin nicht nur psychisch schwer erkrankt war, sondern auch, dass sie sich nicht in der Lage sah, eine Berufsausbildung zu beginnen. Außerdem stellte sie die Veröffentlichung des Bildes in der Öffentlichkeit bloß.

Das Gericht hielt dem jungen Mann aber ebenfalls zugute, dass er die Tat mittlerweile bereute. Außerdem war die Tat eine „unreflektierte Spontanhandlung“, dessen Folgen er wegen seiner starken Alkoholisierung zum Tatzeitpunkt und seines jungen Alters nicht ausreichend einschätzen konnte. Außerdem war zumindest die Anfertigung des Fotos mit dem Einverständnis des Mädchens erfolgt.

Praxis-Tipps:

1.    Veröffentlichen Ex-Partner oder Ex-Partnerinnen ohne Einverständnis Sex-Bilder im Internet, liegt darin eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Die von der Veröffentlichung Betroffenen können dann rechtliche Schritte einleiten.

2.    U.a. können sie Schmerzensgeld verlangen. Wie hoch das aber ausfällt, hängt immer vom Einzelfall ab.

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