Einigung: Fotograf behält Urheberrecht an Affen-Selfie

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Nach zweijährigen Auseinandersetzungen haben sich die Tierschutzorganisation PETA und der Fotograf David Slater geeinigt: Der Rechtsstreit um das Selbstporträt eines wilden Äffchens wird beigelegt. Dafür spendet der Künstler 25 Prozent der künftigen Einnahmen für das Bild zum Schutz des Lebensraums des Foto-Stars. Der bisher einmalige Fall hatte sowohl Spott als auch Grundsatzdiskussionen über Urheberrechte ausgelöst.

Tier schießt Selbstporträt

Mitten im indonesischen Urwald schnappte sich die dunkelhaarige Dschungelschönheit die Kamera, grinste breit in die Linse und drückte – freiwillig oder unfreiwillig - mehrfach auf den Auslöser. Wäre Naruto ein Mensch, hätte ihr jeder Richter ohne Zögern das Urheberrecht zugesprochen. Bei einer wild lebenden Makakendame allerdings liegt der Fall anders.

So sah es zumindest der professionelle Tierfotograf David Slater. Auf der Suche nach dem perfekten Bild hatte er mehrere Tage mit den Affen in ihrem natürlichen Lebensraum zugebracht. Und war ihnen dabei so nahe gekommen, dass Naruto sogar mit seiner Kamera herumspielte. Zusammen mit vielen anderen veröffentlichte er das Foto in einem Buch. Und erzählte dazu die faszinierende Geschichte von der talentierten Äffin und ihrem Selfie.

Fotograf steht durch Rechtsstreit vor dem Ruin

2015 verklagte die Organisation PETA den Fotografen. Die Tierschützer waren der Meinung, auch ein Affe könne Inhaber des Urheberrechts sein und habe Anspruch auf entsprechende Einnahmen. Dass Slater bereits aus eigener Überzeugung zehn Prozent seiner Bucherlöse für Natur und Umwelt spendete, spielte dabei keine Rolle. Der Organisation ging es um die grundsätzliche Anerkennung der Rechte von Tieren. Der Streit zieht sich bereits so lange hin, dass Slater inzwischen die finanziellen Mittel ausgingen. Vor wenigen Wochen gab er an, vor dem finanziellen Ruin zu stehen.

Nun haben beide Seiten eine Einigung erzielt. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, der gerichtliche Streit werde beigelegt. Dafür verpflichte sich der Fotograf, 25 Prozent seiner künftigen Einnahmen aus dem „Affen-Selfie“ für den Schutz des Lebensraumes von Naruto und ihren Artgenossen zu spenden.

Fazit:

Im Rahmen des Vergleichs wollen beide Parteien das Gericht auffordern, die Klage abzuweisen. Damit bliebe es bei dem Urteil der vorherigen Instanz, die Slater das Urheberrecht an dem weltberühmten Foto zugesprochen hatte. In der gemeinsamen Erklärung wird außerdem betont, dass der Streitfall wichtige Fragen über Tierrechte aufgeworfen habe, die weiter diskutiert werden müssten.

Kommentare  
Heiko
+2 # Heiko 13.09.2017, 15:29 Uhr
Wer war denn in diesem Fall der Affe? Peta oder Makakendame? Das sollte vielleicht auch mal gerichtlich geklärt werden.
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Heiko
+4 # Heiko 13.09.2017, 15:32 Uhr
Zumindest weiß ich nun, wem ich künftig garantiert kein Geld mehr spenden werde, wenn es für derartigen Schwachsinn verpasst wird!
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