Zara: Modelabel nutzt ungefragt Zeichnungen eines Kölner Studenten

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Plötzlich berühmt: Ein Kölner Kunststudent fand seine Zeichnungen auf einer weltweit vertriebenen Handtasche von Zara – obwohl er nie mit dem Modelabel gesprochen oder diesem die Erlaubnis dazu erteilt hatte. Jetzt stehen beide Parteien im Rechtsstreit. Was droht dem Konzern?

Was ist passiert?

Student Boris Schmitz arbeitet neben seinem Studium als Illustrator und hat so bereits rund 1000 sogenannte Einlinienzeichnungen – Zeichnungen, die in einem Zug angefertigt werden – entworfen. Eine davon hat der Kleidungskonzern Zara für das Design von drei verschiedenen Lederhandtaschen seiner aktuellen Herbst- und Winterkollektion verwendet. Zara hat dafür Boris Schmitz jedoch weder gefragt noch als Urheber beteiligt oder bezahlt. Die Taschen fanden sich weltweit im Handel. Und: Boris Schmitz ist nicht der einzige Künstler, der nicht gefragt wurde. Auf den Taschen finden sich die Zeichnungen eines französischen und eines türkischen Illustrators.

Ein Fan von Schmitz Werken hatte das Design in einer Zara-Filiale in Prag wiedererkannt und ihn darauf aufmerksam gemacht. Daraufhin hakte der Student per Mail bei der Zara-Zentrale nach, wonach in kürzester Zeit alle Taschen aus den Onlineshops verschwanden. Boris Schmitz nahm sich einen Anwalt, der Zara für die Urheberrechtsverletzung abmahnte.

So will sich Zara einigen

Zara hat der Unterlassungserklärung zugestimmt – und damit indirekt ein Schuldeingeständnis abgegeben. Die Taschen sind nicht mehr im Handel. Schmitz Anwalt hatte dem Unternehmen zudem eine Schadensersatzforderung von 12.500 Euro als Vergleichssumme vorgelegt. Bei einem Kaufpreis von 80 Euro, weltweit 2.200 Zara-Filialen und einem Jahresumsatz von rund 15,4 Milliarden Euro sicherlich eine begründete Forderung. Wie viele Taschen Zara bereits verkauft hat, gibt das Unternehmen nicht an. Zara hat Boris Schmitz im Gegenzug eine Entschädigung von 5.000 Euro angeboten. Diese hat er jedoch abgelehnt.

Nicht der erste Design-Diebstahl von Zara

Zara macht immer wieder Schlagzeilen durch Kopien fremder Designs. 2016 stand der Konzern in der Kritik, Designideen der Illustratorin Tuesday Bassen aus Los Angeles ungefragt verwendet zu haben. 2014 erhob das Londoner Fashion Label Sibling ähnliche Vorwürfe. 2012 soll Zara Designs des New Yorker Street Designers Patrick Waldo kopiert haben.

Fazit

Sollten sich Boris Schmitz und Zara nicht einigen können, landet der Fall vor Gericht. Zara muss sich dann für die Urheberrechtsverletzung rechtfertigen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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