EU-Kommission: Kritik von YouTube an Copyright-Reform unbegründet

(4 Bewertungen, 5.00 von 5)

Noch ist die geplante EU-Urheberrechtsreform nicht verabschiedet – dennoch macht sich bereits jetzt Panik breit: Vom YouTube-Ende bis hin zum Wegfall des freien Internets ist in Schlagzeilen die Rede. Diese sorgen automatisch für Unsicherheit und erzeugen negative Stimmung. Das Problem: Der Durchschnittsuser kann kaum eine Meldung richtig einordnen.

YouTube-Chefin Susan Wojcicki mobilisiert kreative Köpfe

Eine, die es eigentlich besser wissen sollte, ist YouTube-Chefin Susan Wojcicki: Ausgerechnet von ihr erfolgte aber vor knapp zwei Wochen ein Aufruf an alle Kreativen, über die Auswirkungen der geplanten EU-Urheberrechtsreform zu berichten. Und genau dem kamen dann auch zahlreiche YouTuber nach: Ob kleiner Kanal oder bekannter Influencer – fast unisono wurde vom Ende der eigenen Karriere berichtet bzw. von der Löschung der eigenen Inhalte.

Streit entzündet sich am geplanten Artikel 13

Dreh- und Angelpunkt für die Streitigkeiten ist der geplante Artikel 13 des EU-Leistungsschutzgesetzes. Dieses sieht im Entwurf eine automatische Vorabfilterung von Inhalten (durch sogenannte Upload-Filter) für Plattformen wie YouTube vor. Der europäische Gesetzgeber möchte damit Urheberrechte stärker schützen und so auch kleine Unternehmen in ihrer kreativen Arbeit stärken.

Allerdings steht noch nicht fest, wie Artikel 13 konkret aussehen soll: Klar ist lediglich, dass gemäß der aktuellen Fassung Plattformen wie YouTube direkt haftbar gemacht werden können, wenn es zu Urheberrechtsverletzungen durch User kommt. Eine Haftung wäre damit nur dann ausgeschlossen, wenn die Plattformen die jeweiligen Lizenzen erwerben – oder den Upload von vornherein unterbinden.

EU-Kommission weist Kritik zurück

Der Wut der YouTube-Chefin fehlt dementsprechend die Substanz. Das hat auch die EU-Kommission angemerkt und in einem Statement auf Facebook darauf hingewiesen, dass die allgegenwärtige Panik zum einen unbegründet sei und zum anderen auch YouTube aufgrund der Urheberrechtsreform nicht werde schließen müssen.

Ein Sprecher der Behörde wies im Zuge der Debatte zudem erneut darauf hin, dass die geplante Reform Rechte stärken soll – und nicht Plattformen wie YouTube schwächen soll. Die Umsetzung einer ausgewogenen Reform ist damit oberstes Ziel der Gesetzesnovelle.

Fazit

Bis zum einheitlichen EU-Urheberrechtsgesetz ist es derzeit noch ein langer Weg: Erst am 26. November werden in Brüssel der Europäische Rat, das EU-Parlament und die EU-Kommission über die geplante Richtlinie beraten. Mit einer endgültigen Abstimmung im EU-Parlament ist frühestens Anfang nächsten Jahres zu rechnen – bis dahin sollte dann auch feststehen, in welcher Fassung der o. g. Artikel 13 Eingang in das Gesetz finden wird.

Kommentare  
Martina Roters
0 # Martina Roters 27.11.2018, 13:02 Uhr
Das ist das erste Mal, das ich dermaßen "auf dem Schlauch stehe". Wie kann nach folgendem Textabschnitt: "dass gemäß der aktuellen Fassung Plattformen wie YouTube direkt haftbar gemacht werden können, wenn es zu Urheberrechtsverletzungen durch User kommt. Eine Haftung wäre damit nur dann ausgeschlossen, wenn die Plattformen die jeweiligen Lizenzen erwerben – oder den Upload von vornherein unterbinden." Die Folgerung lauten: "Der Wut der YouTube-Chefin fehlt dementsprechend die Substanz."
Würden Sie (an Youtubes Stelle) denn das Haftungsrisiko nehmen wollen? Weil Lizenzen erwerben und Upload unterbinden sind ja genau die Voraussetzungen, um die Haftung zu umgehen und die sind nunmal beide nicht gangbar.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Sven Regener redet Klartext: Urheberrecht, Gema, YouTube und Piraten Sven Regener, Sänger der Band Element of Crime und Buchautor ("Herr Lehmann") hat es geschafft, in einem Radiointerview in gerade einmal 5 Minuten nahezu alle T...
Weiterlesen...
Keine Herausgabe von Nutzerdaten durch Provider bei Bagatellfällen in Tauschbörsen Das Amtsgericht (AG) Offenburg (Az.: 4 Gs 442/07, Entscheidung vom 20.07.2007) hat aktuell eine von der Staatsanwaltschaft Offenburg beantragte Ermittlungsmaßna...
Weiterlesen...
Hausdurchsuchungen bei mutmaßlichen Raubkopierern – welche Rolle spielt die GVU? Das illegale Herunterladen von Musik, Spielfilmen und Software stellt für die Unternehmen aus den betroffenen Branchen ein großes Ärgernis dar. Vielfach werden ...
Weiterlesen...
Bundestag verabschiedet Novelle des Urheberrechts   Wie zu erwarten, hat der Bundestag in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause das "Zweite Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Information...
Weiterlesen...
Musik in Clubs: Haftet der Vermieter eines Veranstaltungsraums gegenüber der GEMA? Durch die Erhöhung der GEMA-Gebühren befürchten viele ein Sterben der Diskotheken. Wird Musik jedoch ohne Gebührenzahlung öffentlich aufgeführt, ist dies eine U...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support