Achtung, Betrug: Inkasso-Abmahnung bei Amazon

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Verbraucher, die bei Amazon eine bestimmte Softwarelizenz gekauft und bezahlt haben, erhalten derzeit eine Inkasso-Abmahnung. Diese fordert, dass sie 85 Euro bezahlen sollen. Welche Kunden sind betroffen? Und wie erkennen sie den Betrug?

Wie erkennen Verbraucher den Betrug?

Rund 100 Verbraucher berichten, dass sie im Sommer letzten Jahres über den Amazon Marketplace eine Softwarelizenz von der Firma JP Trading Enterprises erworben haben. Dabei handelte es sich um Microsoft-Software, wie zum Beispiel eine Office-Version.

Im Frühjahr dieses Jahres erhielten sie ihr Geld im Rahmen einer Rückbuchung jedoch zurück. Amazon schrieb ihnen den Kaufbetrag in Höhe von 1,89 Euro ohne Angaben von Gründen wieder gut. Einige dieser Kunden erhielten dann per Post eine Zahlungsaufforderung, da es sich bei der Rückbuchung um einen technischen Fehler gehandelt haben soll. Die meisten der Betroffen reagierten aber weder auf die Zahlungsaufforderung noch auf die Rücküberweisung. Sie erhielten dann im Juli eine Inkasso-Abmahnung der Anwaltskanzlei Juslegal aus dem bayrischen Vaterstetten. Die Forderung: Sie sollen innerhalb von 5 Tagen 85 Euro zahlen.

Inkassoschreiben ohne Details

Das Inkassoschreiben von Juslegal führt Dr. Hauke Scheffler als Geschäftsführer. Das Schreiben zeigt weder das Datum des ursprünglichen Kaufvertrags noch eine konkrete Produktbezeichnung. Und: Die Kanzlei führt je nach Schreiben unterschiedliche Briefköpfe.

Das rät Amazon Verbrauchern

Amazon gibt an, von dem Fall zu wissen. Die Plattform stuft die Forderung der Kanzlei als Betrug ein. Verbraucher sollen dieser nicht nachkommen und nicht die geforderten 85 Euro bezahlen, wenn sie die Rechnung beim Kauf der Software ordnungsgemäß beglichen haben. Amazon untersuche den Vorgang und informiere die betroffenen Kunden, sobald der Fall geklärt ist.

Fazit

JP Trading Enterprises und der für Juslegal tätige Rechtsanwalt Scheffler fielen vor einiger Zeit schon einmal auf, als sie Online-Händler für Wettbewerbsrechtsverletzungen abmahnten. Kunden sollten daher abwarten, zu welchem Schluss Amazon kommt, und die Forderung nicht begleichen.

Kommentare  
Christian Clages
0 # Christian Clages 06.08.2019, 14:05 Uhr
Vielen Dank für die Information. Meine Frau Dijana Sulic ist auch Opfer dieses Betrugsversuchs. Es geht um eine Rücküberweisung in Höhe von 3,22 Euro. Juslegal will dafür 83, 54 Euro haben.

Wie kann man Amazon in der Sache kontaktieren bzw. von Amazon kontaktiert werden, wenn sie diese Fälle untersucht haben?
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Andy
0 # Andy 08.08.2019, 19:31 Uhr
Anrufen auf der gebührenfreien Hotline ;)
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