Instagram und Blue Port Hamburg: Worauf User achten müssen

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Eigentlich gilt: Werke, die dauerhaft an öffentlichen Plätzen stehen, fallen unter die Panoramafreiheit. Verbraucher können daher nach Belieben Fotos davon machen und diese in sozialen Netzwerken veröffentlichen. Das gilt jedoch nicht, wenn es sich um eine vorrübergehende Kunstinstallation handelt. Das musste jetzt auch eine Hobbyfotografin feststellen. Wie ist die Rechtslage bei Kunstwerken in der Öffentlichkeit?

Hobbyfotografin postet Bild vom Blue Port

Eine Hobbyfotografin knipste den kürzlich in blau getauchten Hamburger Hafen. Verantwortlich für das Farbspiel war der Künstler Michael Batz. Sie postete das Bild bei Instagram. Kurz darauf erhielt sie eine Rechnung über 28 Euro – eine Lizenzgebühr der Verwertungsgesellschaft (VG) Bild-Kunst. Diese vertritt die Rechte des Künstlers. Wollte sie diese nicht bezahlen, sollte sie das Bild löschen.

Das sagt das Urheberrecht

Die Lichtinstallation von Michael Batz gilt als Kunstwerk. Es greifen die Regeln des Urheberrechts. Auf die Panoramafreiheit können sich User nicht berufen. Sie dürfen daher keine Bilder davon veröffentlichen – auch nicht auf Instagram. Stattdessen müssen sie den Künstler um Erlaubnis bitten.

Was sagt der Künstler dazu?

Michael Batz erklärte gegenüber der Hamburger Morgenpost, dass er nichts dagegen habe, wenn User private Fotos von seinen Installationen machen würden. Wollen sie diese jedoch in sozialen Netzwerken veröffentlichen, müssten sie sich an die VG Bild-Kunst wenden.
Problematisch ist, dass sich Plattformen wie Facebook und Instagram eigene Rechte vorbehalten, was sie mit hochgeladenen Fotos machen. Dafür wollte Michael Batz einen Ausgleich. Das verärgerte viele Nutzer. Die Hobbyfotografin boykottierte nach der Zahlungsaufforderung das Projekt von Batz und löschte ihr Foto auf Instagram. Darauf reagierte der Künstler. Nutzer dürfen nun Bilder von den Lichtinstallationen machen und diese veröffentlichen, solange es sich nicht um eine kommerzielle Nutzung handelt.

Darauf müssen User jetzt achten

User benötigen für nicht-kommerzielle Bilder des Blue Ports keine Lizenzierung durch die VG Bild-Kunst. Sie können die Fotos veröffentlichen und müssen dabei keinen Verweis auf eine Ausnahmegenehmigung oder die bestehenden Rechte einbauen. Nutzer, die die Bilder kommerziell vermarkten wollen, benötigen die Freigabe der Verwertungsgesellschaft.

Fazit

Einen ähnlichen Fall gab es bereits 1995, als das Künstlerehepaar Christo und Jeanne Claude den Berliner Reichstag für mehrere Wochen verhüllte. Hier galt die Panoramafreiheit ebenfalls nicht, wie der Bundesgerichtshof 2002 in einem Urteil feststellte.

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