Achtung: Webseitenbetreiber müssen Namen des Fotografen angeben

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 Nahezu alle Webseitenbetreiber verwenden auf ihren Internetseiten Bilder. Sofern der Domaininhaber diese nicht selbst erstellt hat, muss er dies kenntlich machen. Hierzu hat das Amtsgericht München eine Entscheidung getroffen.

Hotelbetreiber nennt nicht Namen des Fotografen

Der Inhaber eines Hotels beauftragte einen professionellen Fotografen zur Erstellung von Bildern zu einem Honorar von 1000 Euro. Von den insgesamt 19 Fotos verwendete der Hotelbetreiber 13 auf der eigenen Website ohne den Namen des Fotografen zu nennen. Als letzterer von der Vorgehensweise des Hotelinhabers erfuhr, mahnte er diesen ab.

Neben Unterlassung verlangte er Schadensersatz von ca. 960 Euro. Der Fotograf fühlt sich durch die unterbliebene Namensnennung in seinem Urheberpersönlichkeitsrecht verletzt. Der Webseitenbetreiber ergänzte daraufhin den Namen bei den Bildern, weigerte sich aber das geforderte Geld zu zahlen. Das Amtsgericht München musste sich mit dem Fall befassen.

Gericht: Fotograf hat Recht auf Namensnennung

Der Richter des Amtsgericht München (Urteil vom 24. Juni 2015, Az. 142 C 11428/15) entschied zugunsten des Fotografen. Nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) durfte letzterer selbst entscheiden, ob und unter welchem Namen er bei den Fotos genannt werden wollte. Dieses Recht hat das Hotel durch die Veröffentlichung ohne Namensnennung verletzt. Das Amtsgericht stellte klar, dass der Vertrag zur Nutzung der Bilder auf der Internetseite keinen Verzicht auf das Recht auf Namensnennung enthielt. Auch besteht ein solcher Brauch in der Hotelbranche nicht.

Das Gericht sprach aber nur einen Schadensersatz von etwa 655 Euro zu. In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass für die Verletzung des Namensrecht ein „Schadenszuschlag“ von 100 Prozent in Ansatz zu bringen ist. Für die Berechnung setzte der Richter das vereinbarte Honorar an. Hierbei spielt es im Wesentlichen eine Rolle, dass „nur“ 13 von den 19 Bildern auf der Internetseite zu finden waren. Dementsprechend war für die Schadensberechnung auch nur der „Teilbetrag“ für die Erstellung der Bilder einzubeziehen.

Fazit:

Webseitenbetreiber müssen unbedingt darauf achten, auf fremde Fotografien durch die Nennung des Urhebers hinzuweisen. Das Recht auf Namensnennung ist eines der wichtigsten Urheberpersönlichkeitsrechte. Verstöße gegen dieses Recht ahndet die Rechtsprechung dementsprechend streng.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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