Bildrechte: Schmerzensgeld für die Veröffentlichung fremder Aktfotos im Netz?

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Werden Fotografien einer Person ohne Einwilligung im Internet veröffentlicht, ist dies unzulässig und kann Unterlassungsansprüche auslösen. Ein Gericht hatte nun zu entscheiden, ob einem Abgebildeten darüber hinaus ein Schmerzensgeldanspruch zusteht, wenn Aktfotografien einer Person veröffentlicht werden.

Was ist passiert?

Ein Model ließ sich während einer Ausstellung in einem Museum für eine Malaktion nackt abfotografieren. Kurze Zeit danach fiel ihm auf, dass die auf diese Weise entstandenen Fotografien in einem Programmheft des Museums veröffentlicht worden waren.

Es ließ das Museum abmahnen und verlangte neben der Unterlassung auch Schmerzensgeld sowie Erstattung der vorgerichtlich entstandenen Anwaltskosten. Da das Museum sich weigerte, die begehrten Ansprüche zu erfüllen, beschritt der Abgebildete den Rechtsweg.

Entscheidung des Gerichts

Schließlich hatte das Landgericht Düsseldorf Mitte November den Rechtsstreit zu entscheiden (Urteil vom 16.11.2012 - Az. 12 O 438/10) und sprach dem Model die geltend gemachten Ansprüche zum großen Teil zu. Das Museum darf die Nacktfotografien damit nicht weiter veröffentlichen. Schließlich gewährten die Richter zusätzlich einen Schmerzensgeldanspruch in Höhe von 5.000€.

Nach der Beweisaufnahme in der mündlichen Verhandlung stand für die Richter fest, dass das Model für die Veröffentlichung der Nacktbilder in der Broschüre niemals eine ausdrückliche Einwilligung erteilt hat. Auch eine konkludente Einwilligung schied von Anfang an aus. Dem Model war nämlich nicht bekannt, dass die Verwendung der Nacktbilder jemals zu Werbezwecken erfolgen sollte. Auch ergab sich die Einwilligung vorliegend nicht aus § 22 KUG, da das Model die Vergütung gerade nicht für das Anfertigen des Bildes, sondern als Gegenleistung für ihre Arbeit als Model erhielt.

Fazit

Wer Fotografien für Werbezwecke verwenden möchte, auf denen sich andere Personen befinden, der sollte größte Vorsicht walten lassen: im Zweifel sollte man sich eine Einwilligung zur Verwendung der Fotos immer ausdrücklich von den Abgebildeten einholen und zwar vor der Veröffentlichung. Kommt es zur Veröffentlichung von Nacktbildern wie im vorliegenden Fall, kann dies sogar Schmerzensgeldansprüche im Einzelfall rechtfertigen.

In einem anderen Fall in diesem Jahr berichteten wir davon, dass die unzulässige Veröffentlichung von Nacktfotos auf Facebook sogar strafbar ist: eine Person hatte aus „Rache“ Nacktfotos der eigenen Ex-Freundin in dem sozialen Netzwerk veröffentlicht und wurde anschließend zu 6 Monaten Freiheitsstrafe zur Bewährung verurteilt.

 

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