Webseitenerstellung: Zusätzliche Vergütung, wenn Webdesign auf mehreren Domains genutz wird?

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Viele Webdesigner bieten ihren Kunden bei der Erstellung von Webseiten Komplettlösungen an. Dabei werden unter anderem auch die Nutzungsrechte für Bilder auf den Auftraggeber übertragen. Das AG Düsseldorf musste entscheiden, ob ein Webdesigner einen Anspruch auf eine zusätzliche Vergütung hat, wenn die Webseite über eine zweite Domain erreichbar ist - (AG Düsseldorf, Urteil vom 09.07.13, Az. 57 C 14411/12).

Was war geschehen?

Ein Unternehmen hat einen Webdesigner mit der Erstellung eines neuen Internetauftritts unter einer .de-Domain beauftragt. Der Webdesigner erstellte diesen Auftritt, dabei verwendete er auch 15 Fotografien, die er selbst angefertigt hatte. Zwischen dem Unternehmen und dem Webdesigner wurde ein einfaches Nutzungsrecht an allen vom Webdesigner erstellten Bildern vereinbart.

Die Webseite des Unternehmens war nach einiger Zeit auch über eine zweite Domain erreichbar. Der Webdesinger forderte daraufhin von dem Unternehmen einen Zuschlag von 25 Prozent Lizenzaufschlag bezogen auf die von ihm üblicherweise verlangten Lizenzgebühren.

Das Unternehmen lehnte die Zahlung ab. Man war der Ansicht, dass das (erworbene) Nutzungsrecht an den Fotografien nicht verletzt zu haben.

Die Entscheidung des Gerichts

Das Gericht wies den vom Webdesigner geltend gemachten Anspruch zurück. Zur Begründung verwies das Gericht auf § 31 Abs. 5 UrhG. Danach bestimmt dich der Umfang der Übertragung eines Nutzungsrechts aus dem jeweiligen Vertragszweck. Der Vertragszweck war in diesem Fall, dass der Webdesigner einen Internetauftritt für das Unternehmen entwickelt und die Nutzungsrechte daran und an den Fotografien zu übertragen.

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Das Gericht ist demnach der Ansicht, dass die Zugänglichmachung des Internetauftritts über zwei Domains im Rahmen dessen verbleibt, was bei einer üblichen Nutzung einer Internetseite eines Unternehmens zu erwarten war. Das bedeutet, dass der Webdesigner davon ausgehen musste, dass die Unternehmenswebseite über mehr als nur eine Domain erreichbar sein würde.

Es wäre weltfremd, davon auszugehen, dass die Verwendung einer bestimmten Webadresse im Zusammenhang mit dem Wort "Internetauftritt" darauf hinweise, dass die Webseite lediglich über eine Domain erreichbar sein soll. Für den Auftraggeber einer Webseite ist es von Bedeutung, dass er den beauftragten Internetauftritt in einer üblichen Art und Weise nutzen kann. Dazu gehört nach Ansicht des Gerichts auch die Erreichbarkeit der Webseite über eine zweite Domain.

Der Webdesigner hat somit keinen Anspruch auf die zusätzlichen Lizenzgebühren.

Fazit:

Das Urteil erscheint sinnvoll, da es nicht sein kann, dass man als Unternehmen alleine dafür zahlen soll, dass man die Erreichbarkeit einer Webseite durch eine zweite Domain erhöht. Alleine die Weiterleitung auf die Hauptdomain begründet für sich noch keine erneute Nutzung der Bilder – die Nutzung bleibt vielmehr die Gleiche.

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