Bilder im Netz: Pixelio-Fotograf verklagt Pixelio-Kunden und gewinnt

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Die Nutzung von Bildern aus Bildagenturen scheint immer komplizierter zu werden. Das jetzige Urteil des LG Köln, das über die Abmahnung eines Fotografen zu entscheiden hatte, der seine Bilder über Pixelio vermarketet sorgt selbst bei dem Bilderdienstleister für Unverständnis.

Was war geschehen?

Wie viele Homepagebetreiber und Blogger nutzte ein Webseitenbetreiber ein Foto aus der Bildagentur Pixelio, das vom klagenden Hobbyfotografen für diesen Zweck zur Verfügung gestellt wurde. Der Webseitenbetreiber setzte unter das Bild einen Fotocredit, was nach Ansicht des Fotografen und des Landgericht Köln jedoch nicht ausreichend ist. Der Kläger bemängelte, dass das Foto nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet wurde. Außerdem war es möglich, das Foto über einen Direktlink als Vollbild aufzurufen, ohne das der Urheber im Bild vermerkt war.

LG Köln: Fotograf muss auch bei Direktlink und Vollbildansicht benannt werden

Am 30. Januar 2013 urteilte das Landgericht Köln, das das Vorgehen des Beklagten nicht in Ordnung war. Der Bilderdienst Pixelio, der ebenfalls mit dem Urteil nicht einverstanden scheint, erklärt auf seiner Webseite, dass das Urteil noch nicht rechtskräftigt ist und es vermutlich eine Berufung geben wird.

Auch wenn der Fotograf aktuell vor Gericht den Prozess gewonnen hat, so sieht Pixelio keinen Handlungsbedarf für andere Nutzer des Bilderdienstes, die Bildquellenangaben zu verändern. Bildhinweise sollten laut Pixelio weiterhin am Bild selbst oder am Seitenende vermerkt werden. Der Kläger hingegen verlangte einen Urheberrechtvermerk direkt im Bild, was nicht Bestandteil der Nutzungsbedingungen ist, erklärt Pixelio. Auch besteht keine technische Möglichkeit, bei der Vollbildversion eines Fotos eine Urheberbenennung einzufügen, erklärt die Bildagentur weiter. Wer aktuell auf den Pixelio-Nutzernamen des abmahnenden Fotografen klickt, erhält durch Pixelio eine Warnung, dessen Bilder zu verwenden.

Urteil ist nicht umzusetzen

Interessant ist ein weiterer Grund den Pixelio zum aktuellen Fall nennt: „Der Kläger lizensiert seine Bilder nur mit einem eingeschränkten Bearbeitungsrecht. Die vom Gericht geforderte Urhebernennung im Bild selbst ist daher nicht möglich, da der Fotograf diese Bearbeitung verbietet“. Somit fordert der Fotograf etwas von den Nutzern seiner Bilder, was er auf der anderen Seite gerade nicht erlaubt hat.

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Bei Fachmedien, die sich an professionelle Bildeinkäufer wenden, ist das Urteil ein kontroverses Diskussionsthema. Das Fachblatt Pictorial sieht bei Pixelio eine zu hohe Gefahr von Abmahnungen. Es komme der Verdacht auf, dass einige Fotografen Abmahnungen als lukratives Geschäftsmodell für sich entdecken und weitere Abmahnungen nach ähnlichem Muster zu erwarten sind.

Fazit:

Wer auf seiner Webseite Fotos von Pixelio verwendet und diese nach den Nutzungsbedingungen kennzeichnet, muss laut Pixelio nichts an der Urheberrechtskennzeichnung ändern.

Das Problem ist aber, dass die Aussagen von Pixelio (wie auch aller anderer Anbieter) in diesem Zusammenhang gar nicht relevant sind. Das Recht auf Urheberbezeichnung steht einem Fotografen per Gesetz immer zu. Darauf können die Fotografen nach deutschem Recht - anders als etwa nach US-Recht - auch gar nicht wirksam verzichten. 

Wie eine Kennzeichnung des Urhebers bei Direktaufruf eines Bilder erfolgen kann, ohne das Bild selbst zu bearbeiten, ist im Moment leider unklar.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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