Fotoklau: Wieviel Schadensersatz für professionelles Produktfoto?

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Welcher Schadensersatz ist angemessen, wenn ein professionelles Produktfoto auf Auktionsplattformen wie eBay ohne Genehmigung verwendet wird? Diese Frage musste aktuell das AG Düsseldorf entscheiden.

Produktfotos von Münzen auf eBay verwendet

Im vorliegenden Fall hatte ein gewerblicher Münzhändler bei seinen Angeboten auf der Internet-Auktionsplattform eBay zwei Fotos von einer 10 Euro-Gedenkmünze verwendet. Für die Verwendung der beiden Fotos hatte der Münzhändler keine Genehmigung des Rechteinhabers eingeholt, sondern diese einfach in das eigene Verkaufsangebot übernommen.

Nachdem sich der Münzhändler weigerte, entsprechenden Schadensersatz für die Nutzung der Fotos zu zahlen, hatte nun das Amtsgericht Düsseldorf über die Frage nach einem angemessenen Schadensersatz zu entscheiden (Urteil vom 5.5.2014, Az. 57 C 9057/13).

100 EUR Schadensersatz für professionelles Produktfoto

Das Gericht stellte mit seinem Urteil fest, dass ein Schadensersatz in Höhe von 100 EUR pro unberechtigt verwendetem Produktfoto angemessen ist.

Interessant ist an dieser Stelle vor allem die Begründung vom Gericht: Auch wenn der Kläger Münzhändler ist, so misst das Gericht den Fotos eine professionelle Qualität zu. Insbesondere kommt es bei der Beurteilung der Höhe vom Schadenersatz nicht auf den Beruf des Urhebers an, sondern auf die Qualität der Aufnahme. Dies ist insoweit interessant, als dass viele Abgemahnte versuchen, den zu zahlenden Schadensersatz mit dem Argument zu reduzieren, der Urheber sei kein Berufsfotograf. Dieser Argumentation erteilt zumindest das Amtsgericht Düsseldorf nun eine deutliche Absage.

Fazit:

Es kann jedem Online-Händler nur empfohlen werden, für die Bewerbung der eigenen Angebote auf Fotos zurück zu greifen, die entweder selbst angefertigt worden sind oder die entsprechend beim Urheber lizensiert worden sind. Anderenfalls drohen kostenintensive urheberrechtliche Abmahnungen. Sofern ein Urheber oder Rechteinhaber nicht ermittelt werden kann, sollte vorsorglich auf die Nutzung vom Foto verzichtet werden.

Dies betrifft im Übrigen auch die Übernahme von Fotos, die vom Hersteller der Produkte hergestellt worden sind. Mittlerweile gehen auch einige Hersteller dazu über, die ungenehmigte Verwendung ihrer professionellen Produktfotografien kostenpflichtig abmahnen zu lassen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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