Abmahnung wegen Fotoklau: Wieviel Schadensersatz darf ein Fotograf verlangen?

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Fremde Fotos aus dem Internet zu verwenden ist einfach. Die Fotos werden gedownloaded oder über Copy-Paste für die eigenen Zwecke verwendet. Die Kanzlei Pixel Law ging kürzlich gegen einen solchen Fotoklau vor. Sie machten über 1300 Euro Schadensersatz geltend. Das Landgericht Berlin musste entscheiden, ob diese Höhe angemessen war.

Fotograf hatte Bilder bei Pixelio eingestellt

Der Fall begann damit, dass ein Fotograf seine Bilder bei Pixelio einstellte. Die Bilder konnten von registrierten Nutzern kostenlos verwendet werden. Nach den Pixelio-Lizenzbedingungen müssen aber stets die Urheber der Fotos genannt werden. Das hatte ein Nutzer der Fotos nicht getan. Er wurde deswegen von der Berliner Kanzlei Pixel Law abgemahnt.

Die Abmahner verlangten für die Nutzung der Fotos ohne Nennung des Urhebers mehr als 1300 Euro als Schadensersatz. Die Höhe des Schadensersatzes hatten die Abmahner in Anlehnung an die sogenannte MFM-Liste berechnet. MFM steht für Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing. Die MFM ermittelt mit der Liste die aktuellen Honorare für die Fotonutzung.

Gericht: Schadensersatzforderung war überzogen

Das Landgericht Berlin entschied mit Urteil vom 30.07.2015, Az. 16 O 410/14, dass der Schadensersatz zu hoch angesetzt war. Zwar hatte der Nutzer des Fotos gegen das Urheberrecht verstoßen. Er hätte den Fotografen als Urheber nennen müssen. Diese Pflicht wird auch aus den Lizenzbedingungen bei Pixelio deutlich.

Für diese Urheberrechtsverletzung durfte aber nicht ein Schadensersatz von über 1300 Euro verlangt werden. Das Gericht argumentierte, dass die Abmahner nicht nachweisen konnten, dass der Fotograf üblicherweise Lizenzen nach der MFM-Liste berechnet. Eine solche sogenannte Lizenzierungspraxis ist aber die Voraussetzung, um auch Schadensersatz nach der MFM-Liste zu berechnen. Die Liste konnte deswegen nicht herangezogen werden. Das Landgericht Berlin legte den Schadensersatz in diesem Fall auf 200 Euro fest.

Fazit:

Für Fotoklau dürfen nicht ohne weiteres Schadensersatzforderungen aufgrund der MFM-Liste von über 1300 Euro geltend gemacht werden. Die Preise aus der MFM-Liste können für den Schadensersatz nur angelegt werden, wenn der Fotograf auch normalerweise nach der MFM-Liste abrechnet.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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