Affen-Selfie: Tierschützer fordern Urheberrecht für Tiere

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Ein Makake in einem indonesischen Nationalpark stibitzt eine Kamera und schießt ein Selbstporträt. Das gestochen scharfe Bild des freundlich lächelnden Tieres geht um die Welt, ohne dass der talentierte Selfie-Produzent um Erlaubnis gefragt wird oder an den Veröffentlichungen verdient. Eine Tierschutzorganisation will nun vor Gericht das Copyright für den Affen einklagen.

Primat drückt auf den Auslöser

Nicht jedes Selfie ist so gelungen, wie das von Naruto: Vor dem satten Grün der Insel Sulawesi kommen das schwarze Fell, die strahlenden Augen und vor allem das offene Lächeln des sechs Jahre alten Makaken besonders gut zur Geltung. Nicht weniger sympathisch ist die Entstehungsgeschichte des Bildes: Der britische Fotograf David Slater hatte gerade seine Kamera aufs Stativ montiert, und sie nur für einen kurzen Moment aus den Augen gelassen. Genug Zeit für Naruto, um sich von seiner besten Seite zu präsentieren und den Augenblick für die Nachwelt festzuhalten.

Fotograf beansprucht Urheberrecht

Entwickelt und in einem Buch mit anderen Fotos veröffentlich hat das Selbstporträt später der Besitzer der Kamera, Fotograf David Slater. Er beansprucht für sich auch das Urheberrecht, schließlich habe er das Foto erst möglich gemacht. Seit Jahren schon zieht er mit dieser Einstellung den Zorn von Tierschützern in aller Welt auf sich. Die Organisation PETA hat nun vor einem Bundesgericht in San Francisco Klage eingereicht. Begründung: Naruto habe auf den Auslöser gedrückt, also sei er als Urheber anzusehen, dem das Copyright zustehe. Sollten die Aktivisten Recht bekommen, wollen sie die Einnahmen aus Veröffentlichungen verwalten und Naruto zugutekommen lassen.

US-Behörde: „Kein Urheberrecht bei Affen-Selfies“

Fotograf David Slater streitet nicht zum ersten Mal um das Copyright des Fotos. Im vergangenen Jahr war es auf Wikimedia Commons aufgetaucht, einer Datenbank, in der rechtefreie, für jedermann kostenlos verfügbare Bilder und Videos gesammelt werden. Slater hatte Einspruch gegen die Verwendung des Naruto-Fotos erhoben, und war gescheitert. Die zuständige US-Copyright Behörde entschied damals, dass es bei Affen-Selfies kein Urheberrecht gebe.

Fazit:

Ein cleverer Affe im indonesischen Dschungel fotografiert sich selbst mit der Kamera eines professionellen Fotografen. Letzterer sieht sich als Urheber; Tierschützer wollen den Affen zum Besitzer des Copyrights erklären lassen. Ein US-amerikanisches Gericht soll nun entscheiden, wem das Affen-Selfie gehört, und wer künftig damit Geld verdienen darf. 

 

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