Widerruf und Rückgabe: Kann man Weihnachtsgeschenke eigentlich umtauschen?

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Alle Jahre wieder liegen sie unter dem Christbaum – gut gemeinte Geschenke, die dem Geschmack oder dem Bedarf des Adressaten leider so gar nicht entsprechen. Gut, wenn in einem solchen Fall der Schenkende bereits beim Kauf über die Möglichkeit einer Rückgabe nachgedacht hat. Denn das Recht auf Umtausch, das beim Weihnachtsshopping oft stillschweigend vorausgesetzt wird, gibt es so eigentlich gar nicht.

Kein Anspruch auf Umtausch im Geschäft

Die Schlittschuhe sind zu groß, der Pulli zu grün und die neue Software leider nicht mit dem Betriebssystem kompatibel. Doch selbst wenn der verständnisvolle Weihnachtsmann den Kassenbon in weiser Voraussicht aufgehoben hat: Ein Rechtsanspruch auf Umtausch im Laden besteht nicht. Aus Kulanz allerdings wird die Ware in der Regel trotzdem zurückgenommen, nicht zuletzt, weil es die Kundschaft aus dem Online- und Versandhandel so gewohnt ist. Denn wer hier bestellt, hat vierzehn Tage nach dem Erhalt ein gesetzliches Widerrufsrecht und kann die Ware ohne Angabe von Gründen zurücksenden.

Kluge Weihnachtsmänner lesen die AGB

Selbstverständlich müssen die zurückgeschickten Produkte unbenutzt sein, CDs und Software sogar noch original versiegelt. Inzwischen sind Onlinehändler auch in Deutschland nicht mehr verpflichtet, die Rücksendekosten ab einem bestimmten Warenwert zu übernehmen; viele große Versender bieten diesen Service aber aus Kulanz immer noch an. Einzelheiten dazu muss jeder Händler in seinen Hinweisen zum Widerrufsrecht darlegen.

Wer im europäischen Ausland eingekauft hat, darf es sich übrigens ebenfalls innerhalb von vierzehn Tagen anders überlegen. Allerdings kann man in diesem Fall nicht darauf hoffen, die hohen Portopreise für eine Retoure erstattet zu bekommen. Hier muss genau nachgerechnet werden, ob sich das Zurückschicken finanziell überhaupt lohnt.

eBay als Handelsplattform für Weihnachtsgeschenke

Auch bei eBay soll der Weihnachtsmann gelegentlich mal ein Schnäppchen machen. Für professionelle Händler gilt auch in diesem Fall das vierzehntägige Widerrufsrecht. Private Verkäufer dagegen sind gesetzlich nicht verpflichtet, Artikel zurückzunehmen. Hat man allerdings das Gefühl, übers Ohr gehauen worden zu sein, beispielsweise bei einem defekten oder unvollständigen Produkt, sollte man sich an den ebay-Kundenservice wenden und um Unterstützung bitten. Spätestens wenn die Rückgabe eines Artikels – aus welchem Grund auch immer – nicht infrage kommt, bietet die Auktionsplattform die Möglichkeit, für die ungeliebten Geschenke doch noch dankbare Abnehmer zu finden. Um hier auch als privater Verkäufer nicht selbst haftbar gemacht zu werden, sollte in der Anzeige ausdrücklich eine Gewährleistung ausgeschlossen werden.

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Fazit:

Beim Umtausch von Weihnachtsgeschenken sind Online-Käufer durch das vierzehntägige Widerrufsrecht klar im Vorteil. Die Kosten und Mühen für die Rücksendung bleiben aber oft allein an ihnen hängen.

Aber auch die Kunden des örtlichen Einzelhandels profitieren vom Internet-Geschäft: Um ihre Kundschaft nicht an den Online-Handel zu verlieren, bieten die meisten Geschäfte heute aus Kulanz ähnliche Rückgabebedingungen.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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