Achtung Immobilienbesitzer: Widerrufsjoker endet am 21. Juni 2016

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Viele Immobiliendarlehensverträge aus den Jahren 2002 - 2010 weisen fehlerhafte Widerrufsbelehrungen auf. Das ermöglicht es Verbrauchern auch nach Jahren, die Verträge zu widerrufen. Die Zinsen liegen heute deutlich niedriger, so dass Kreditnehmer durch einen Widerruf zehntausende Euro sparen können. Eine Gesetzesänderung bedeutet aber das Aus für das diesen "Widerrufsjoker". Bis Juni 2016 müssen Darlehensnehmer jetzt handeln.

Endlose Widerrufsmöglichkeit endet im Juni

Der Bundestag hat am 18. Februar diesen Jahres beschlossen: Das ewige Widerrufsrecht für Millionen zwischen 2002 und 2010 geschlossener Immobilienkreditverträge mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung erlischt mit Ablauf des 21. Juni 2016. Das „Gesetz für Rechtssicherheit“ schafft damit das ewige Widerrufsrecht ab und schützt Banken und Sparkassen fortan vor hohen Rückzahlungen aus Altverträgen.

 

solmecke widerruf kreditvertrag klein2016

 

Für Darlehensnehmer mit Altverträgen, die einen Widerruf aufgrund einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung in Erwägung ziehen, besteht damit jetzt akuter Handlungsbedarf. Spätestens am 21. Juni diesen Jahres muss ihr Widerruf bei der Bank oder Sparkasse eingegangen sein.

Wenn Sie unsicher sind oder Hilfe für ein erstes Beratungsgespräch mit einem Anwalt suchen laden Sie einfach unsere kostenlose Checkliste zum Kreditwiderruf herunter.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

Widerrufsmöglichkeit für künftige Darlehensverträge

Auch für künftig geschlossene Darlehensverträge können sich Darlehensnehmer eine neue Deadline merken: Darlehensverträge können fortan bis ein Jahr und 14 Tage nach Abschluss widerrufen werden. Danach erlischt das Widerrufsrecht. Das gilt unabhängig davon, ob die Widerrufsbelehrung ordnungsgemäß erfolgte oder nicht.

Wann liegt eine unwirksame Widerrufsbelehrung vor?

Kreditnehmer selbst können nur schwer beurteilen, ob ihre Widerrufsbelehrung ordnungsgemäß erfolgt ist. Gerichte haben jedoch bereits eine Reihe von Formulierungen als unwirksam bewertet. Darlehensnehmer, die also einer der hier aufgeführten Formulierungen in ihren Kreditverträgen finden, sollten einen Widerruf in Erwägung ziehen:

  • „Die Frist beginnt einen Tag, nachdem diese Belehrung mitgeteilt wurde und eine Vertragsurkunde, der schriftliche Darlehensantrag oder eine Abschrift der Vertragsurkunde oder des Darlehensantrags zur Verfügung gestellt wurde“
  • „Die Widerrufsfrist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung“
  •  „Der Lauf der Frist beginnt erst, wenn Ihnen diese Belehrung ausgehändigt worden ist, jedoch nicht, bevor uns die von Ihnen unterschriebene Ausfertigung des Darlehensvertrages zugegangen ist“

Neben diesen Formulierungen stuften Gerichte auch Zusätze in Widerrufsbelehrungen in Form von Fußnoten als unwirksam ein:

  • „Sofern Sie nicht taggleich mit dem Vertragsabschluss über Ihr Widerspruchsrecht belehrt worden sind, beträgt die Frist einen Monat“
  • „Bitte Frist im Einzelfall prüfen“ 
  • „Nicht für Fernabsatzverträge“

Fazit:

Darlehensnehmer, die zwischen 2002 und 2010 einen Immobiliendarlehensvertrag mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung abgeschlossen haben, sollten jetzt handeln und ihren Vertrag auf einen möglichen Widerruf überprüfen (lassen).

 

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Mehr Hintergrundinformationen zum Widerruf von Kreditverträgem finden Sie in unserem Beitrag "Vorfälligkeitsentschädigung: Was Sie zu Widerruf und Kündigung eines Kreditvertrages wissen müssen"

 

 

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