Datingportale: Verbraucherschützer gehen gegen dubiose „Schnuppermitgliedschaften“ vor

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„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ – Dieses Sprichwort gilt auch für einige Angebote im Internet. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat sich jetzt gleich zwei Dating-Portale vorgeknöpft, die mit undurchsichtigen Probemitgliedschaften geworben haben.

Günstige Schnuppermitgliedschaft wandelt sich in teure Premiummitgliedschaft

Die Verbraucherschützer bemängelten die intransparente Werbung der Dating-Portale für eine zweiwöchige „Schnuppermitgliedschaft“. Für nur 1 Euro konnten User die Leistungen der Datingseiten nutzen. Der Haken: Sofern die Nutzer die Schnuppermitgliedschaft nicht rechtzeitig kündigten, verlängerte sie sich in eine 6-monatige „Premium-Mitgliedschaft“. Diese sollte dann monatlich stolze 89,90 Euro kosten.

Auf die Änderung des Abos wiesen die Internetseiten beim Abschluss der Schnuppermitgliedschaft nur unscheinbar am rechten Seitenrand hin. Wie die Nutzer kündigen konnten, erfuhren sie auch erst aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Der Fall landete vor Gericht. Das Landgericht Berlin hat im Juni eine Entscheidung gefällt.

Gericht: Dating-Portale müssen deutlich über Kündigungsmöglichkeiten aufklären

Das Landgericht Berlin (Urteil vom 30. Juni 2016, Az. 52 O 340/15) kam zu dem Ergebnis, dass die Internetseiten ihre Nutzer nicht ausreichend über die Modalitäten des Kündigungsrechts aufgeklärt hatten. Das Gesetz sieht vor, dass Anbieter ihren Kunden vor dem Abschluss der Mitgliedschaft klar und verständlich mit Informationen zu ihrem Kündigungsrecht versorgen müssen. Der Hinweis am Seitenrand teilte aber nicht mit, wie die Nutzer kündigen können und welche Kündigungsfrist sie einhalten mussten.

Der Verweis auf die Regelung in den AGB reichte nicht aus. Außerdem bemängelte das Gericht, dass die Portale ihre Nutzer nicht genügend über das gesetzliche Widerrufsrecht belehrt hatten. Ebenso war eine Regelung in den Datenschutzerklärungen der Webseiten nicht erlaubt. Der Betreiber der Portale räumte sich weitreichende Befugnisse zur Weitergabe der Inhalte der User ein.

Praxis-Tipps:

  1. Opfer von Abofallen sollten sich gegen die Forderungen der dubiosen Anbieter verteidigen. Bei unwirksamen Verträgen sind Nutzer nicht zur Zahlung des geforderten Geldbetrages verpflichtet. Sofern die Anbieter jedoch hartnäckig sein sollten, bietet es sich an, einen Rechtsanwalt aufzusuchen.
  2. Darüber hinaus gilt für Plattformbetreiber, dass sie ihre Kunden deutlich über ihr Kündigungs- und Widerrufsrecht aufklären müssen. Nicht ausreichend ist es, wenn sie die entsprechenden Informationen an versteckten Stellen auf der Internetseite platzieren.

 

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