Re-Commerce Portale: Verbraucherschützer kritisieren undurchsichtige AGB

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Re-Commerce boomt. Immer mehr Internet-Plattformen sprießen aus dem Boden. Sie kaufen z.B. gebrauchte Handys, Kameras und Bücher an. Verbraucherschützer haben jetzt aber einmal die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Portale unter die Lupe genommen und einige Mängel festgestellt. Kritik hagelt es u.a. für die Preispolitik der Portale.

Was ist „Re-Commerce“?

Re-Commerce Portale bieten den Ankauf von gebrauchten Produkten an. Je nach Plattform können Nutzer Bücher, CDs, Computerspiele aber auch Laptops und andere elektronische Geräte verkaufen. Der Verkaufsprozess läuft dann so ab, dass die Plattform erst für jedes Produkt einen Preis vorschlägt, den der Kunde bekommen soll.

Das Problem: Die verkauften Artikel werden von den Plattformen noch einmal geprüft, sodass der ursprüngliche angebotene Preis später oft deutlich geringer ausfallen kann.

Verbraucherzentralen erhalten vermehrt Beschwerden über undurchsichtige Preispolitik

Und genau diese Preispolitik hat jetzt die Verbraucherschützer auf den Plan gerufen. Denn: Nach einer Umfrage der Verbraucherzentralen berichteten 40 Prozent der Befragten, dass der tatsächliche Preis nach der Begutachtung niedriger ausfiel als der ursprünglich angebotene Betrag.

Hinzu kamen mehrere Beschwerden von Verbrauchern. Nutzer der Portale bemängelten die undurchsichtige Preispolitik der Anbieter. Außerdem entsorgten einige Plattformen auch schon einmal die Artikel der Nutzer, ohne dass diese davon wussten oder überhaupt ihr Einverständnis gegeben hatten. Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Brandenburg hat sich nun mehrere Re-Commerce Plattformen zur Brust genommen und sich die Ankaufsbedingungen ein bisschen genauer angeschaut.

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Verbraucherschützer bemängeln Klauseln in AGB einiger Anbieter

Kein Problem hatten die Verbraucherschützer damit, dass sich die Anbieter das Recht einräumten, den ursprünglich angebotenen Preis nach der Überprüfung der eingesandten Produkte nach unten zu korrigieren.

Manche Bedingungen in den AGB einiger Anbieter gingen dann aber doch zu weit. So sah eine Plattform u.a. vor, dass es den zuerst angezeigten Preis automatisch um satte 20% anpassen durfte. Andere Portale räumten sich das Recht ein, den nach der Begutachtung festgelegten (niedrigeren) Preis an den Kunden auszuzahlen, wenn dieser sich nicht innerhalb einer teilweise kurzen Frist (z.B. zwei Tage) zurückmeldete.

Hierzu äußerte sich Maike Lück, Rechtsreferentin im Marktwächterteam der Verbraucherzentrale Brandenburg, wie folgt:

„Das Schweigen des Verbrauchers wird hier als Einverständnis gewertet. Aus unserer Sicht gesetzlich erforderlich ist aber zumindest der nochmalige ausdrückliche Hinweis, welche Folgen das ‚Nicht reagieren‘ des Verbrauchers hat. Diese Anforderungen kamen die Anbieter auf ihren Plattformen nicht nach.“

Ähnliche Regelungen gab es teilweise auch in Bezug auf abgelehnte Produkte: Wenn sich der Nutzer nicht innerhalb einer bestimmten Frist meldete, behielt der Anbieter die Produkte, spendete oder entsorgte sie. Auch hier fehlte es an ausreichenden Hinweisen für die Nutzer über die Folgen ihres Schweigens.

Nun hat das Marktwächterteam der Verbraucherzentrale Brandenburg fünf Re-Commerce Portale wegen dieser fragwürdigen Klauseln abgemahnt. Vier der abgemahnten Anbieter haben eine Unterlassungserklärung abgegeben – ein klarer Erfolg der Verbraucherschützer.

Praxis-Tipps:

1.    Für Nutzer lohnt es sich, einen Blick in die Ankaufsbedingungen der Re-Commerce Plattformen zu werfen, bevor sie ihre gebrauchten Artikel verkaufen. So lassen sich böse Überraschungen vermeiden.

2.    Sollte es dennoch einmal zu Problemen kommen, können sich Verbraucher an die Verbraucherzentralen wenden, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ebenso können sie sich bei den Marktwächtern beschweren. Das Beschwerdeformular finden Sie hier: https://ssl.marktwaechter.de/digitalewelt/mitmachen/beschwerdeformular

3.    Hier finden Sie noch einmal die Original-Pressemeldung der Marktwächter: http://www.marktwaechter.de/pressemeldung/marktwaechtererfolg-ankaufplattformen-verpflichten-sich-zu-mehr-transparenz

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