PayPal: Frau verstößt mit ihrem Tod gegen Geschäftsbedingungen

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Eine Frau stirbt an Krebs. PayPal teilt dem Witwer darauf in einem Schreiben mit, dass sie damit gegen eine Vereinbarung der Geschäftsbedingungen verstoßen habe. Der Witwer geht damit zur BBC, was PayPal einen kleinen Shitstorm einbringt. Wie kam es zu dem unglücklichen Fall? Und was sagt PayPal zu dem herausgegebenen Schreiben?

Peinliches Schreiben nach User-Tod

Als Lindsay Durdle im Alter von 37 Jahren an Krebs stirbt, informiert ihr Ehemann Howard Durdle PayPal über den Tod seiner Frau. Wie vom Zahlungsdienstleister gefordert stellt er dabei Kopien des Totenscheins und des Testaments zur Verfügung. Darauf geht ein Schreiben von PayPal ein, dass seine Frau dem Unternehmen rund 3.600 Euro schulde. Sie verstoße durch ihren Tod so gegen die Geschäftsbedingungen von PayPal Credit:

"Sie haben gegen Bedingung 15.4 (c) unserer Vereinbarung mit Paypal Credit verstoßen, da wir eine Mitteilung erhalten haben, dass Sie verstorben sind. Dieser Verstoß kann nicht behoben werden."

So reagierte PayPal auf sein peinliches Schreiben

PayPal war diese vermutlich automatisierte Nachricht mehr als peinlich. Das Unternehmen entschuldigte sich für den nachvollziehbaren Kummer, den man mit dem Schreiben verursacht habe. Darüber hinaus erließ PayPal der verstorbenen Frau den noch ausstehenden Geldbetrag und schloss das Konto. PayPal gab zudem an, seine internen Prozesse zu überprüfen, um zu klären, wie es zu dem Brief kommen konnte. Auf diese Weise wolle der Konzern sicherstellen, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholt.

Fazit

Erst kürzlich hatte Facebook für Aufsehen gesorgt, als der Konzern Eltern den Zugang zu dem Facebook-Account ihrer toten Tochter verwehrte. Als der Bundesgerichtshof jedoch mit einem Urteil einschritt, gab Facebook das Konto frei. Bei PayPal dürfte es sich jedoch vielmehr um ein Versehen gehandelt haben, das entweder auf einen automatisierten Prozess oder menschliches Versagen zurückzuführen ist. Eines ist jedoch sicher: Der digitale Nachlass macht Unternehmen anscheinend zu schaffen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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