Fluggastrechte: Ausgleichszahlung für Unannehmlichkeit?

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Grundsätzlich ist die Fluggastrechte-Verordnung der EU eindeutig, wenn Airlines ihre Passagiere nicht pünktlich ans Ziel bringen. So können diese je nach Entfernung und Verspätung eine pauschale Entschädigung von bis zu 600 Euro geltend machen. Müssen Fluglinien jedoch auch zahlen, wenn sie nur bei einem Zubringerflug nicht die angegebene Ankunftszeit einhalten können? Das musste jetzt der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden. Welche Rechte haben Verbraucher?

Airline bucht Zubringerflug um

Ein Passagier hatte eine Verbindung von Jerez de la Frontera im Süden Spaniens über Madrid nach Frankfurt am Main gebucht. Die Airline buchte dann den Flug von Jerez de la Frontera nach Madrid auf einen späteren Zeitpunkt um. In Madrid erreichte der Passagier seinen Anschlussflug nach Frankfurt jedoch planmäßig. Er kam daher pünktlich in Deutschland an. Der Passagier ging davon aus, dass ihm eine Entschädigung nach EU-Recht zustehe. Er wandte sich daher an das Landgericht Frankfurt. Dies legte den Fall dem EuGH vor.

So bewertete der EuGH die Umbuchung

Die Richter des EuGH kamen zu dem Ergebnis: Verbraucher haben nicht zwingend einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, wenn die Airline einen Zubringerflug gegen ihren Willen umbucht und sie daher später am Zwischenziel ankommen. Erreichen Passagiere ihren Anschlussflug trotzdem und kommen sie pünktlich am Endziel an, gewährt das EU-Recht keine Entschädigung (Urteil vom 30.04.2020, Az. C-191/19).

Entschädigung soll große Unannehmlichkeiten ausgleichen

Die Richter verwiesen darauf, dass die EU-Fluggastrechte-Verordnung Entschädigungen vorsieht, wenn Passagieren große Unannehmlichkeiten entstehen. Das war in diesem Fall nicht so. Denn: Der Passagier erreichte sein Endziel wie geplant pünktlich. Es handelte sich daher nicht um eine große Unannehmlichkeit im Sinne der EU-Verordnung. Ein pauschaler Anspruch auf eine Entschädigung schied daher aus.

Fazit

Im letzten Jahr hatte der EuGH die Rechte von Verbrauchern noch gestärkt. So entschied er im Juli, dass Airlines, die den ersten Teilflug einer Verbindung durchführen, Passagieren eine Entschädigung zahlen müssen, wenn der Anschlussflug einer anderen Airline erheblich verspätet ist. Das gilt auch dann, wenn diese Fluggesellschaft ihren Sitz außerhalb der EU hat. Entscheidend ist dabei, dass die Verbindung auf einer einzigen Buchung basiert (Urteil vom 11.07.2019, Az. C-502/18).

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