Reisebuchung: Wie lange muss eine 7-tätige Reise wirklich dauern?

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Bei der Urlaubsplanung bedienen sich viele Deutsche der Angebote von Reisebüros und Reisewebseiten. Was sagt aber beispielsweise die Werbung für eine 7-tägige Reise wirklich aus? Ist sie so zu verstehen, dass tatsächlich sieben Tage à 24 Stunden vom Angebot umfasst sind? Diese Frage hat nun das OLG Köln beantwortet.

Angebot einer Reise mit einem Umfang von sieben Tagen

Im vorliegenden Fall bewarb ein Reiseveranstalter unter anderem eine siebentägige Pauschalreise. Die Reisezeit umfasste sowohl den An- als auch den Abreisetag, sodass dem Kunden insgesamt nur sechs volle Tage am Zielort der Reise verblieben. Dies bemerkte ein Konkurrenzveranstalter und nahm den Werbenden in Bezug auf die Art und Weise der Bewerbung der Reise auf Unterlassen in Anspruch.

Er begründete seinen geltend gemachten Unterlassungsanspruch damit, dass das Angebot zur Irreführung der Kunden führe. Er war der Ansicht, dass diese bei einem Reiseangebot von sieben Tagen auch eine Reise von sieben Tagen à 24 Stunden erwarteten und davon gerade der An- und Abreisetag nicht mitumfasst sei. Mit dieser Argumentation zog der Konkurrent vor das Landgericht Köln, welches jedoch die Meinung des Antragstellers nicht teilte. Daraufhin erhob er eine Beschwerde und betraute nun das Oberlandesgericht Köln mit der Beantwortung der Frage.

Gericht: Werbung ist keine Irreführung der Kunden

Das Oberlandesgericht Köln (Beschluss vom 22.01.2013, Az.: 6 W 17 / 13) entschied zugunsten des Werbenden. Nach der Ansicht des Gerichts rechne ein durchschnittlich informierter und verständiger Kunde der eine siebentätige Reise bucht, entgegen der Ansicht des Konkurrenten, nicht damit, dass die Reisezeit auch wirklich sieben Tage dauert.

Vielmehr sei dem Buchenden bewusst, dass An- und Abreisetag von den sieben Tagen mitumfasst sind. Daher könne von einer siebentägigen Reise auch dann gesprochen werden, wenn tatsächlich nur sechs Übernachtungen erfolgen. Dies gelte laut dem Oberlandesgericht zumindest dann, wenn der die Reise Anbietende optional An- und Abreise mitanbietet, wobei es dabei auch keinen Unterschied mache, ob die An- und Abreise per Flugzeug oder Bahn erfolgt.

Fazit:

Die Entscheidung zeigt, dass im Rahmen eines Reiseangebots auf einen verständigen und nicht etwa auf einen unwissenden Kundenkreis abgestellt werden kann. Bei Unsicherheiten sind die Kunden gehalten sich beim Reiseveranstalter über den genauen Umfang der Reise zu informieren. Jedenfalls stellt die Bewerbung der im vorliegenden Fall beschriebenen Reise keine Irreführung des angesprochenen Kundenkreises dar.

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