Flugbuchungen: Müssen Airlines bei Verspätung die Anwaltskosten des Passagiers tragen?

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Airlines sind bei Flugverspätungen verpflichtet, den Flugpassagier über seine bestehenden Fluggastrechte aufzuklären. Doch welche Folgen hat es, wenn das nicht geschieht? Das Amtsgericht Hannover hat entschieden, ob die Airline in diesem Fall die vorgerichtlichen Anwaltskosten des Passagiers zu zahlen hat.

Airline klärt Passagier nicht über Rechte auf

Im vorliegenden Fall wollten unter anderem die zwei klagenden Passagiere von Hannover nach Antalya fliegen. Der Flug hatte allerdings eine mehrstündige Verspätung. Die beiden wandten sich daraufhin an das Flugunternehmen, um in Erfahrung zu bringen, wie mit der misslichen Lage umzugehen ist. In der Folge unterließ es die Airline, die Passagiere über die ihnen nach der Fluggastrechteverordnung (VO EG Nr. 261/2004) zustehenden Rechte zu informieren. Um dennoch ihre Rechte geltend machen zu können, schalteten die Kunden einen Anwalt ein. Sie verlangten von der Airline in der Folgezeit vor dem Amtsgericht Hannover neben Ausgleichszahlungen auch Ersatz für die vorgerichtlich entstandenen Kosten, die für die Einschaltung des Anwalts angefallen waren. Das Amtsgericht Hannover musste nun über beide Ansprüche entscheiden.

Amtsgericht Hannover hält Ansprüche für begründet

Das Amtsgericht Hannover (Urteil vom 31. Juli 2012, Az. 517 C 13641/11) sah die beiden Flugpassagiere im Recht. Das Gericht stellte fest, dass ein Anspruch auf Ausgleichzahlungen wegen der Flugverspätung bestand. Zudem sprach das Amtsgericht auch den Schadensersatzanspruch hinsichtlich der vorgerichtlich entstandenen Rechtsanwaltskosten zu. Das Bestehen des Anspruchs wurde damit begründet, dass die Airline gegen Art. 14 der Fluggastrechteverordnung verstoßen habe. Danach sind Luftfahrtunternehmen verpflichtet, Fluggäste bei Annullierung, Verweigerung oder Verspätung des Flugs über ihre Recht aufzuklären. Dem sei die Airline vorliegend nicht nachgekommen. Nur aufgrund dessen war die Einschaltung eines Anwalts erforderlich gewesen, sodass den Passagieren ein in Ansatz zu bringender Schaden entstanden war. Das Amtsgericht urteilte daher vollumfänglich zugunsten der betroffenen Passagiere.

Fazit

Flugpassagiere sind jederzeit über ihre bestehenden Rechte durch die Airline aufzuklären. Dies ergibt sich aus der einschlägigen Fluggastrechteverordnung. Unterbleibt die Aufklärung, müssen Airlines möglicherweise vorgerichtliche entstandene Kosten tragen. Dies kann vermieden werden, wenn die Anforderungen des Art. 14 Fluggastrechteverordnung eingehalten werden.

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