Werbung: Ist „Himbeer-Rhabarber“-Saft wirklich Himbeer-Rhabarber-Saft?

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Die Verpackung von Waren ist eine perfekte Werbefläche für das Produkt. Hersteller drucken deswegen meistens die besten Inhaltsstoffe oder Zutaten auf die Packung. Aber ist auch immer drin, was drauf steht? Letzten Sommer ging es in einer interessanten Entscheidung um Himbeer-Rhabarber-Saft.

Fruchtgetränk mit nur 0,1% Himbeer und Rhabarber

In dem Fall ging es um das Fruchtgetränk „Active Fruits“ in der Sorte „Himbeer-Rhabarber“, das vor allem beim Discounter Netto vertrieben wird. Auf dem Flaschenetikett waren die Worte „Himbeer-Rhabarber“ deutlich hervorgehoben. Außerdem waren Bilder von Himbeeren und von Rhabarberstangen auf dem Etikett abgebildet. Auf dem Etikett stand außerdem „30% Saftgehalt aus Frucht- und Gemüsesaftkonzentraten“.

Die Zutatenliste offenbarte aber, dass in dem Saftgetränkt neben Mineralwasser und 28,5 % Apfelsaft und 1,3 % Holunderbeersaft nur 0,1 % Himbeersaft aus Himbeersaftkonzentrat und 0,1 % Rhabarbersaft aus Rhabarbersaftkonzentrat enthalten waren. 0,1% waren dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) deutlich zu wenig. Der Verbraucherverband argumentierte, dass die Verpackung beim Kunden den Eindruck erweckt, dass ein erheblicher Anteil des Getränks Himbeer- und Rhabarbersaft sein würde. Der vzbv mahnte Netto deswegen ab und forderte den Discounter zur Unterlassung seiner Werbepraxis auf den Active Fruits-Etiketten auf.

Gericht: Verpackungsgestaltung führte Kunden in die Irre

Das Landgericht Amberg gab dem Verbraucherverband mit seinem Urteil vom 29.07.2016 (Az. 41 HK O 497/16) Recht. Das Gericht argumentierte, dass die Verpackung den Kunden dazu verleitet zu glauben, dass in dem Getränk sogar 30% Himbeer- und Rhabarbersaft enthalten sind.

Nach der EuGH Rechtsprechung zum Himbeertee von Teekanne muss immer der Gesamteindruck der Verpackung beachtet werden. Hier war der Gesamteindruck aber so, dass der Kunde mehrfach auf die Inhaltsstoffe „Himbeer“ und „Rhabarber“ hingewiesen wurde. Der Kunde durfte deswegen davon ausgehen, dass diese Säfte auch in einiger Menge in dem Getränk vorhanden sein würden. Da aber tatsächlich nur jeweils 0,1 % Himbeer- und Rhabarbersaft im Fruchtgetränk enthalten waren, lag in der Verpackungsgestaltung eine Irreführung.

Praxistipps:

1.    Werbeaussagen auf der Verpackung müssen einen zutreffenden Eindruck von den tatsächlichen Inhaltsstoffen vermitteln. Dabei ist der Gesamteindruck der Verpackung entscheidend.

2.    Es reicht nicht aus, die Inhaltsstoffe und deren Anteil nur in der Inhaltsstoffliste korrekt darzustellen, wenn die Aufmachung des Produkts an sich einen anderen Eindruck vermittelt. Bei der Produktgestaltung sollte hierauf stets geachtet werden.

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