Autokauf: Werbung für Porsche muss nicht immer halten, was sie verspricht

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Kataloge von Autoherstellern sollen die Kunden eigentlich über die Eigenschaften der Wagen aufklären. Dumm nur, wenn sich die angepriesenen Vorteile nach dem Kauf als falsch herausstellen. Das OLG Hamm musste sich fragen, ob die Kunden Rechte haben, wenn das tatsächliche Tankvolumen nicht mit dem beworbenen übereinstimmt.

Ausstellungskatalog weist anderes Tankvolumen aus

Ein Kunde kaufte in einem Autohaus einen Porsche 911 Turbo S Cabriolet für satte 176.500 Euro. Laut Ausstellungskatalog sollte der Tank des Wagens 67 Liter fassen. Schon nach einem Verbrauch von 59 Litern wies der Bordcomputer aber darauf hin, dass die Restreichweite 0 km beträgt. Der Kunde hielt das Auto für mangelhaft und wollte den Kaufvertrag rückgängig machen. Das Autohaus weigerte sich hierzu. Der Fall landete vor Gericht. Das Landgericht Dortmund wies die Klage ab. In der Berufung musste sich nun das Oberlandesgericht Hamm erneut Gedanken machen.

Andere Angaben in Ausstellungskatalog spielen keine Rolle

Die Richter des Oberlandesgerichts Hamm (Urteil vom 16. Juni 2015, Az. 28 U 165/13) entschieden zugunsten des Autohauses. Ein Sachverständiger konnte bestätigen, dass der Porsche einwandfrei und auch der Kraftstofftank technisch in Ordnung war. Auch aus den Angaben aus dem Ausstellungskatalog kann der Käufer keine Rechte herleiten.

Der Hinweis auf die 67 Liter bezog sich nicht allein auf die Menge des Kraftstoffes, welcher für das eigentliche Fahren verwendet wird. Ein weiterer Sachverständige von Porsche stellte klar, dass ein gewisser Anteil des Kraftstoffes (ca. 3,3 Liter) von der Kraftstoffpumpe nicht erreicht wird. Diese technische Konstruktion soll den Motor vor „schädlichen Schwebeteilchen“ schützen. Aus Gründen des Motorschutzes wird auch der restliche Anteil des Kraftstoffes vom Bordcomputer nicht angezeigt.

Hierdurch will Porsche verhindern, dass die Kunden das Auto komplett leerfahren und der Motor dann Luft ansaugt. Der Computer zeigte daher die Strecke an, welche der Kunde mit dem restlichen Tankinhalt noch gefahrenlos zurücklegen kann.

Fazit:

Mit der Konstruktion des Tanks will Porsche die Kunden vor Motorschäden bewahren. Es stellt keinen Mangel dar, wenn das tatsächliche „verfahrbare“ Tankvolumen von den angegebenen Werten in den Ausstellungskatalogen abweicht.

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